Autor & Journalist

Monat: Oktober 2021

Blättern in der Vergangenheit

Zeitungen sind ein Spiegel der Gesellschaft und eine wichtige Quelle für die historische Recherche. Die Deutsche Digitale Bibliothek hat jetzt das Deutsche Zeitungsportal ins Leben gerufen, das historische Zeitungen von 1671 bis 1950 kostenfrei online zugänglich macht.

Bislang sind 247 Zeitungen digitalisiert, der Bestand wird fortlaufend ergänzt. Eine Volltextsuche ist überwiegend möglich. Da stöbert man gern.

Verrätselte Kutschen, Gespenster in der Nacht und kiloweise Farbe

Der Rolls Royce Wraith Kryptos, ein verrätseltes Kunstwerk auf vier Rädern, ist schon ein Gefährt, nach dem man sich die Finger leckt.

Aber kommendes Jahr erwächst ihm mit dem Ghost Black Badge eine Konkurrenz im eigenen Hause. Hier eine tolle Präsentation von “Supercar Blondie”, übrigens einem der coolsten Kanäle auf YouTube:

Angeblich sollen auf der pechschwarzen Ausgabe des Ghost 45 kg Farbe verpinselt sein, um das schwärzeste Schwarz aller Zeiten zu schaffen. Damit der Kühlergrill bei Nacht nicht übersehen wird, besitzt dieser eine eigene Beleuchtung!

Wozu man das braucht? „Der Mensch ist seinem Ursprung nach an das Prinzip der Überflüssigkeit, des Luxus gebunden” wusste der Philosoph Hans Blumenberg. Luxus- und Spieltrieb galten ihm als Fortschrittsmotor.

Ein kluger Mann. Kein Wunder, dass er am Ende seiner Karriere dem akademischen Milieu den Rücken kehrte.

Lasst uns Chinesisch lernen! 一起学中文吧!

Seit zwei Jahren lerne ich wieder intensiv und täglich Chinesisch, nachdem ich es vor vielen Jahren schon einmal begonnen hatte. Fremdsprachen sind, neben ein paar anderen Dingen, nun einmal meine grosse Leidenschaft und da wir in einer digitalisierten Welt leben, bietet es sich an, vollständig mit online verfügbaren Materialien zu lernen.

Chinesisch kommt ohne Konjugation und Deklination aus und ist nicht schwer zu erlernen. Allein die Schrift ist komplex, die einzelnen Zeichen bestehen jedoch aus immer wiederkehrenden Elementen und ändern sich nicht mit der Stellung im Satz. Überhaupt ist Chinesisch eine Sprache mit Zukunft und ich habe keinen Zweifel, dass die Sprache international an Bedeutung zunehmen wird.

YouTube bietet eine Anzahl wirklich sehr guter Kanäle, die die chinesische Sprache vermitteln. Dabei lernt man auch viel über Alltagssprache, nicht nur ein steriles Schulbuchchinesisch. Wer Lust hat, Chinesisch zu lernen, dem möchte ich folgende Kanäle empfehlen, die alle kostenfrei zugänglich sind:

Mandarin Corner [Link]

Mandarin Corner bietet sowohl eine systematische Vokabelvermittlung mit Beispielen für alle Lernstufen als auch ein Chinesisch, wie man es auf der Strasse spricht: Dazu unterhält sich die Moderatorin mit Menschen über verschiedene Themen, die unvorbereitet in die Kamera sprechen. Das ganze gibt es mit einer dreifachen Untertitelung: In Chinesisch, in Pinyin (der amtlichen Lateinumschrift) und in englischer Übersetzung. Dabei werden immer wieder auch heikle gesellschaftliche Themen angesprochen. Kostprobe:

Grace Mandarin Chinese [Link]

Der Kanal der Taiwanesin Grace Guo ist eher für Fortgeschrittene geeignet. Bei ihr lernt man anhand von Dialogen chinesischsprachiger Filme umgangssprachliche Wendungen wie “etwas auf den letzten Drücker machen” oder “das Unglück herbeireden” oder “jemandem eine kalte Dusche verpassen”. Kostprobe:

Down to Earth Chinese [Link]

In diese Kategorie fällt auch der neue Kanal “Down to Earth Chinese”. Etwas albern gemacht, aber sehr informativ. Es handelt sich um den Zweitkanal eines Kanadiers namens Jared, der die Sprache absolut flüssig beherrscht. Kostprobe:

Wer übrigens die chinesischen Zeichen lernt, sollte auch die Strichreihenfolge beachten. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür und weiss auch bei neuen Zeichen, wie die Reihenfolge wahrscheinlich sein muss, aber für alle Fälle kann man sie sich auf eigens dafür eingerichteten Webseiten wie Strokeorder.info [Link] anzeigen lassen.

Und was sonst noch? Nun, wer sich für den Alltag im China von heute interessiert, wird sich ebenfalls mit diversen Kanälen sehr gut bedient sehen. Manche werden von Ausländern betrieben, die zum Teil schon viele Jahre in China leben und fliessend Chinesisch sprechen:

Thomas 阿福 [Link]

Der Deutsche Thomas “Afu” Derksen ist mit einer Chinesin verheiratet und produziert Videos, die ebenso witzig wie informativ sind, z.B.:

Blondie in China [Link]

Die Australierin Amy Lyons hat viele Gegenden in China bereist und spricht sehr gut Chinesisch. In einem bemerkenswerten Video berichtet sie von einem “Drifting Theatre” in Wuhan:

Living in China [Link]

Den von dem Engländer Jason Lightfoot betriebenen Kanal kann ich zwar nur bedingt empfehlen. Lightfoot scheint nur wenig Chinesisch zu sprechen und ist vor der Kamera gerne etwas, nun ja, grossmäulig. Zudem ist er ein Apologet, wenn nicht sogar Unterstützer der chinesischen Regierung. Die BBC hat ihn der Desinformation bezichtigt. Man sollte seinen Kanal daher kritisch sehen. Da er sich aber mit seiner chinesischen Familie dauerhaft in China aufhält und von vor Ort berichten kann, sind eine Reihe von Videos, die er produziert hat, durchaus sehenswert. Kostprobe:

Bei Gelegenheit werde ich diese Liste ergänzen.

Wer sich für chinesische und andere asiatische Kampfkünste interessiert, für den habe ich etwas besonderes:

The Martial Man [Link]

Der Brite Kieren Krygier lebt seit vielen Jahre in Fernost, wo er die Grossmeister der unterschiedlichsten Kampfkünste aufsucht, um sich von ihnen ihre Philosophie erklären zu lassen. Aussergewöhnlich! – Beispiel:

Also: 一起学中文吧!yīqǐ xué zhōngwén ba! – Lasst uns zusammen Chinesisch lernen!


Anm.: Geringfügig überarbeitet am 29. und 31. 10.2021.

Nachtrag 10. Nov. 2021

Strokeorder.info scheint abgeschaltet zu sein. Chinesehideout.com bietet Ersatz.

Das Geheimnis von Blake & Mortimer

Ein Geheimnis um eine ägyptische Pyramide. Ein wahnsinniger Wissenschaftler, der mit einer Höllenmaschine die Weltherrschaft anstrebt. Eine Zeitmaschine, die verrückt spielt. Ein Krimineller, der mithilfe elektronischer Doppelgänger nach der Macht greift. Ein krankes Hirn, das eine Methode gefunden hat, Menschen zu willenlosen Sklaven zu machen.

Zugegeben, Edgar Pierre Jacobs war nicht originell, was die Themen seiner Comicserie “Blake und Mortimer” anbetrifft, denn diese kehren in der Comic- und Trivialliteratur ständig wieder. Was “Blake und Mortimer” dennoch zu einer einzigartigen Serie macht, ist die düstere Atmosphäre seiner Geschichten, wobei Jacobs das Potential der Ligne Claire maximal ausreizte.

Anders als bei Hergé sind bei ihm z.B. die Gesichter weitaus differenzierter (vor allem in den Alben “Die Diamantenaffäre” und “Die teuflische Falle”), hinzu kommt die typische Noir-Atmosphäre der 1940er und 50er, verbunden mit einem Moment des Phantastischen. Gerade im Zusammenspiel von Erzählung und Zeichenstil erwies sich Jacobs als Meister.

Ein besonderes Faible hatte E.P. Jacobs für Labyrinthe und komplexe Höhlensystem, die immer mehr bedeuteten als nur Orte, an denen man sich verlaufen konnte, sondern als Gegenwelten fungierten, denen nur entkommt, wer ihre Zeichen zu deuten vermag. Das raffinierteste Labyrinth findet sich im Band “S.O.S. Meteore”, das dort als Unwetterfront erscheint.

Mortimer und sein Taxifahrer folgen einem anderen Wagen, von dem sie im Schneegestöber nur die Rücklichter erkennen. Am Ende sind sie einer optischen Täuschung aufgesessen, das Taxi landet in einem Graben, Mortimer stürzt in den Überlauf eines Teiches und landet durchnässt und durchgefroren an einem Ufer, wo er sich an Land zieht, jedoch ohne Orientierung ist und nicht weiss, wohin der Taxifahrer verschwunden ist.

Als Mortimer am nächste Tag bei besserem Wetter die Ereignisse des Vortages zu rekonstruieren versucht, scheint nichts zusammenzupassen. Den Graben, aus dem die Polizei das Taxi zieht, hatte er steiler in Erinnerung und von dem Teich mitsamt Überlauf ist keine Spur mehr finden. Zudem enthält die Strecke mehrere scharfe Kurven, an die Mortimer sich hätte erinnern müssen. Erst ein Zufall hilft ihm, die Zeichen zu deuten, doch da ist es schon zu spät. Mortimer schwebt in Lebensgefahr.

“Blake und Mortimer” fortzuführen bedeutet eine enorme Herausforderung für die Zeichner und Szenaristen der Post-Jacobs-Ära und viele Alben dieser Ära, obwohl allesamt von hoher Qualität, reichen nicht an die Originale von Jacobs heran, der sehr hohe Standards gesetzt hat. Unter den Zeichnern der Post-Jacobs-Ära ragen Ted Benoît und Antoine Aubin heraus, bei denen sich am stärksten das E.P. Jacobs-Feeling einstellt.

Natürlich spricht nichts gegen eine behutsame Modernisierung der Reihe. Der eklatante Mangel an Frauen bei E.P. Jacobs musste dringend behoben werden. Ansonsten gibt es nicht viel zu erneuern. Man darf einem Klassiker nicht seine Seele nehmen.

In diesem Jahr jährt sich das Erscheinen des ersten Abenteuers zum 75. Mal. Mögen noch viele Abenteuer folgen!

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