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	<title>Michael Kreutz</title>
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	<description>Intellectual History between East and West</description>
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		<title>Zur abendländischen Denktradition</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 20:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europe]]></category>
		<category><![CDATA[Gedankensplitter]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit geraumer Zeit und vor allem im Zuge der muslimischen Zuwanderung haben wir in Deutschland eine Abendlanddebatte, die sich um das dreht, was eigentlich den Kern der europäischen Werteidentität ausmacht und worauf er diese zurückzuführen ist. Christentum oder Aufklärung, das ist die Frage, und nicht wenige beantworten sie damit, dass zwischen beiden eine grosse Schnittmenge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit geraumer Zeit und vor allem im Zuge der muslimischen Zuwanderung haben wir in Deutschland eine Abendlanddebatte, die sich um das dreht, was eigentlich den Kern der europäischen Werteidentität ausmacht und worauf er diese zurückzuführen ist. Christentum oder Aufklärung, das ist die Frage, und nicht wenige beantworten sie damit, dass zwischen beiden eine grosse Schnittmenge bestehe.</p>
<p>Der britische Publizist Kenan Malik gehört zu denjenigen, die das Erbe der Aufklärung vor dem des Christentums betonen. <a href="http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001113" target="_blank">Seine Gedanken</a> sind vernünftig und nachvollziehbar, doch zwei Anmerkungen sollen, in aller Kürze, an dieser Stelle erfolgen. Malik nämlich macht – wie nicht wenige – den Fehler, die Bedeutung Averroes’ und damit den islamischen Beitrag für die europäische Geschichte insgesamt überzuberwerten.</p>
<p>Averroes kam nämlich in Europa vor allem in Form des lateinischen Averroismus zu Würden, der den Höhepunkt der westlichen Scholastik bildete. Allerdings nur, bis der Pariser Bischof Stephan Tempier 1277 ihn weitgehend als häretisch verurteilte. Stein des Anstosses waren all diejenigen Lehrsätze, die die Allmacht Gottes zu beschränken schienen, Averroes selbst wurde sogar als &#8220;wütender Hund&#8221; geschmäht.<sup><a href="#footnote-1-1106" id="footnote-link-1-1106" title="See the footnote.">1</a></sup></p>
<p>Damit endete zwar nicht die Scholastik, wohl aber war der Autorität der aristotelisch-averroistischen Philosophie ein Schlag versetzt. Dem christlichen Glauben tat dies aber keinen Abbbruch, im Gegenteil. Vielmehr sahen sich gerade die Orthodoxen herausgefordert, ihre Argumente besser zu formulieren – eine, in den Worten von Kurt Flasch, &#8220;seltsame Verschlingung von Aufklärung und Gegenaufklärung&#8221;.<sup><a href="#footnote-2-1106" id="footnote-link-2-1106" title="See the footnote.">2</a></sup> Halten wir fest: Averroes in seiner lateinischen Rezeption war also eher ein Schleifstein, an dem das mittelalterliche christliche Denken sich schärfte, denn der grosse Beglücker abendländischer Kulturentwicklung. </p>
<p>Der lateinische Averroismus fand später in Bologna eine neue Heimat, wo er in der Dekade nach 1340 zu neuer Blüte gelangte. Der Averroismus von Bologna in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stand Pate für den Averrosimus im übrigen Italien und dann sogar im so weit entfernten thrüringischen Erfurt im 15. und 16. Jahrhundert, die Scholastik war jedoch dem Untergang geweiht. Ohne hier weiter ins Detail gehen zu wollen begnügen wir uns mit dem Hinweis, dass es Meister Eckehard und Nikolaus von Kues waren, die dann massgeblich zu dessen Ende beigetragen haben.<sup><a href="#footnote-3-1106" id="footnote-link-3-1106" title="See the footnote.">3</a></sup> </p>
<p>Man muss sich vor Augen halten, dass Averroes nicht einfach nur übernommen wurde, aufgesogen wie Wasser von einem Schwamm. Er war, wie gesagt, vielmehr Gegenstand langer Auseinandersetzungen. Der Graeco-Arabist Gotthard Strohmaier hält es denn auch für fragwürdig, ob die europäische Rezeption etwa der Aristoteleskommentare des Averroes wirklich so massgeblich für die eigene kulturelle Entwicklung waren, &#8220;oder ob nicht tiefere gesellschaftliche Ursachen verantwortlich sind, die ihm eine Aufnahme im Abendland bescherten, die ihm in seiner Heimat versagt blieb.&#8221; Strohmaier verortet die Ursachen für den raschen Aufstieg Westeuropas eher politischen und sozialen Konstellationen, die vom Islam unbeeinflusst waren.<sup><a href="#footnote-4-1106" id="footnote-link-4-1106" title="See the footnote.">4</a></sup></p>
<p>Auch die Argumentation von Jonathan Israel hinsichtlich einer sog. &#8220;radikalen Aufklärung&#8221; ist zu hinterfragen. Das Phänomen der Aufklärung – man kann es nicht oft genug wiederholen – hat es eben nicht nur in Frankreich gegeben, sondern auch in England, Schottland, Amerika und anderen Ländern. Gerade in England und Schottland bestand allerdings kaum dieser Gegensatz zur Religion, wie er in Frankreich so wirkmächtig wurde. Im übrigen sollte man im Falle Frankreichs die Rolle der (protestantischen) Hugenotten nicht unterschätzen.Sie spielten gerade in der Frühaufklärung eine wichtige Rolle, als der Widerruf des Edikts von Nantes 1598 zu einer Massenemigration der französischen Protestanten führte, vor allem nach England, in die Niederlande und Brandenburg-Preussen.<sup><a href="#footnote-5-1106" id="footnote-link-5-1106" title="See the footnote.">5</a></sup></p>
<p>Die englische und schottische Aufklärung wiederum besassen sogar einen teilweise klerikalen Impetus (&#8221;Whig Anglikan Enlightenment&#8221;).<sup><a href="#footnote-6-1106" id="footnote-link-6-1106" title="See the footnote.">6</a></sup> Deren Vertreter wollten die Vernunft nicht einfach durch den Glauben beschränken, sondern betonten geradezu, dass ihre Werte auf der Vernunft gründeten.<sup><a href="#footnote-7-1106" id="footnote-link-7-1106" title="See the footnote.">7</a></sup> Überhaupt ging es weniger um eine Beschränkung der Vernunft als um die Grundlage dafür, ein guter, d.h. tugendhafter Bürger zu sein. So legte ein Vertreter der schottischen Aufklärung wie Adam Smith Wert darauf, dass eine ordnungsgemäss bestellte (&#8221;properly ordered&#8221;) Religion Tugend und Gemeinschaft fördere.<sup><a href="#footnote-8-1106" id="footnote-link-8-1106" title="See the footnote.">8</a></sup></p>
<p>Dass grundlegende Werte wie Toleranz etc. nach Jonathan Israel, dem Malik folgt, eine Errungenschaft der sog. radikalen Aufklärer seien, ist jüngst von Eric Nelson in Frage gestellt worden. Dessen Kritik lässt sich so zusammenfassen, dass Jonathan Israel selber die Sicht der Aufklärung und deren Interpretation der Geschichte übernommen habe. Denn die Aufklärung sah in der Hebräischen Bibel etwas, das keinen nennenswerten Einfluss auf die Entstehung moderner Ideen und Institutionen haben konnte. </p>
<p>Nach Nelson wurde diese Sichtweise im vorigen Jahrhundert durch Theoretiker wie Leo Strauss und John Rawls vorangetrieben, aber eben auch durch Bücher wie Jonathan Israel’s Radical Enlightenment (2001) und Mark Lilla’s The Stillborn God (2007). Die mit dem Säkularismusbegriff einhergehende Toleranzidee verortet Nelson vielmehr im erastischen (nach dem Schweizer Theologen Erastus) Ansatz, Kirche und Staat zu vereinigen, nicht in Bestrebungen, beide zu trennen. Dass das säkulare Zeitalter (so der Titel eines Buches von Charles Taylor) zentrale Eigenschaften möglicherweise einer Epoche verdankt, die alles andere als säkular war, entbehrt nicht der Ironie.<sup><a href="#footnote-9-1106" id="footnote-link-9-1106" title="See the footnote.">9</a></sup></p>
<p>Es wäre allerdings falsch, hier eine ungebrochene Tradition herauszulesen, die von den Anfängen des Christentums direkt zu den Früchten der Aufklärung führt, wofür es im wesentlichen zwei Gründe gibt: Zum einen waren selbst diejenigen Aufklärer, die sich nicht von der Religion losgesagt hatten – und das dürften die allermeisten gewesen sein – durchaus kirchenkritisch, zum anderen muss man sich vor Augen halten, dass die Geschichte der Aufklärung vornehmlich in einem protestantischen Milieu stattgefunden hat. Frankreich ist hier auch nur zum Teil eine Ausnahme.<sup><a href="#footnote-10-1106" id="footnote-link-10-1106" title="See the footnote.">10</a></sup> Auch das überwiegend orthodoxe Osteuropa ist hier einen ganz anderen Weg gegangen und das auch zeitlich viel später. </p>
<p>Tatsache ist, dass das, was heute als Errungenschaft der Aufklärung gilt, sich in einem langen Prozess von der religiösen Begründung emanzipiert hat. Allen Strömungen der Aufklärung gemeinsam war es, die allgemeinen Gesetze der Menschheit zu finden, weil, wie Sibylle Tönnis zu Recht feststellt, die Aufklärung ganz der Sichtweise des Universalismus verpflichtet war. Damit war die Aufklärung geradezu gezwungen, über ihre christlich inspirierten Anfänge hinauszuwachsen. Erst die Romantik hat mit diesem Universalismus wieder gebrochen.<sup><a href="#footnote-11-1106" id="footnote-link-11-1106" title="See the footnote.">11</a></sup>  </p>
<p>Die Geschichte ist also komplex und darum möchte ich Malik trotz allem zustimmen, wenn er schreibt: &#8220;Die Geschichte des Christentums und seiner Beziehung zu anderen ethischen Traditionen, sowie die Beziehung zwischen christlichen Werten und denen der modernen, freiheitlichen und säkularen Gesellschaft ist viel komplexer als die schlichten Argumente wahrhaben wollen, die nach dem Motto „die westliche Zivilisation bricht zusammen“ funktionieren.&#8221; Deswegen lassen sich auch weder das christliche Erbe noch die Aufklärung in Anschlag gegen eine muslimische Präsenz in Europa bringen. Das wäre weder christlich noch aufklärerisch.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-1106">Ferdinand Fellmann, Scholastik und kosmologische Reform, Münster 1971, 7; Hans Blumenberg, Die Legitimität der Neuzeit, Frankfurt/Main 1996, 178-9; Hans Blumenberg, Höhlenausgänge, Frankfurt/Main 1996, 251; Kurt Flasch, Von Kirchenvätern und anderen Fundamentalisten. Wie tolerant war das Christentum, wie dialogbereit der Papst? Der Schlüssel liegt in der Regensburger Vorlesung, in: Die Religionen und die Vernunft. Die Debatte um die Regensburger Vorlesung des Papstes, hg. von Knut Wenzel, Freiburg et al. 2007, 41-6, hier 44.  [<a href="#footnote-link-1-1106">back</a>]</li><li id="footnote-2-1106">Kurt Flasch, Aufklärung und Gegenaufklärung im späten Mittelalter, in: Aufklärung und Gegenaufklärung in der europäischen Literatur, Philosophie und Politik von der Antike bis zur Gegenwart, hg. von Jochen Schmidt, Darmstadt 1989, 152-67, hier 159.  [<a href="#footnote-link-2-1106">back</a>]</li><li id="footnote-3-1106">Zdsislaw Kuksewicz: L’influence d’Averroès sur des Universités en Europe Centrale (l’expansion de l’averroïsme latin), in: Multiple Averroès. Actes du Colloque International organisé à l’occasion du 850e anniversaire de la naissance d’Averroès, Paris 20-23 septembre 1976, Paris 1978, 275-81, hier 275, 279-81.  [<a href="#footnote-link-3-1106">back</a>]</li><li id="footnote-4-1106">Gotthard Strohmaier, Was Europa dem Islam verdankt, in:  in: (ders.), Hellas im Islam, Interdisziplinäre Studien zur Ikonographie, Wissenschaft und Religionsgeschichte, Wiesbaden 2003, 1-27, hier 25-6.  [<a href="#footnote-link-4-1106">back</a>]</li><li id="footnote-5-1106">Charles Tilly, Die europäischen Revolutionen, München 1999, 229. Mit dem amerikanischen Historiker Van Kley kann man sich fragen, warum Frankreich eigentlich nie proestantisch geworden ist, s. Dale Van Kley, The Religious Origins of the French Revolution. From Calvin to the Civil Constitution, 1560-1791, New Haven und London 1996, 15-6.   [<a href="#footnote-link-5-1106">back</a>]</li><li id="footnote-6-1106">Kate O’Brian, Women and Enlightenment in Eighteenth-Century Britain, Cambridge 2009, 6, 27.  [<a href="#footnote-link-6-1106">back</a>]</li><li id="footnote-7-1106">John Gascoigne, Anglican Latitudinarianism, Rational Dissent and Political Radicalism in the Late Eighteenth Century, in: Enlightenment and Religion: Rational Dissent in eighteenth-century Britain, ed. Knud Haakonssen, Cambridge 996, 219-40, hier 223.  [<a href="#footnote-link-7-1106">back</a>]</li><li id="footnote-8-1106">Charles L. Griswold Jr., Adam Smith and the Virtues of Enlightenment, Cambridge 1999, 272.  [<a href="#footnote-link-8-1106">back</a>]</li><li id="footnote-9-1106">Eric Nelson, The Hebrew Republic: Jewish Sources and the Transformation of European Political Thought. Cambridge, M.A., und London 2010, 4-5.  [<a href="#footnote-link-9-1106">back</a>]</li><li id="footnote-10-1106">Trotz des Katholizismus hat die französische Aufklärung viel dem Einfluss aus England zu verdanken: Voltaire lebte von 1726-8 in England, bekannte sich zur &#8220;Anglomanie&#8221;, Montesquieu war noch anglophiler als Voltaire und verbrachte die Zeit von 1729 bis 1731 in England usw., s. Gertude Himmelfarb, The Roads to Modernity: The British, French, and American Enlightenments, New York 2004, 14-6.  [<a href="#footnote-link-10-1106">back</a>]</li><li id="footnote-11-1106">Sibylle Tönnies, Der westliche Universalismus: eine Verteidigung klassischer Positionen, Opladen 1995, 21.  [<a href="#footnote-link-11-1106">back</a>]</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Jesus is Risen song ترنيمة: المسيح قام</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 20:04:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aufgenommen in der City Mall Beirut, Ostern 2011.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Aufgenommen in der City Mall Beirut, Ostern 2011.</p>
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		<title>Ägyptens griechische Vergangenheit</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 17:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[History]]></category>
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		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
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		<description><![CDATA[Dass Ägypten einst eine blühende griechische Gemeinde hatte, ist bekannt. Al-Jazeera hat einen bemerkenswerten Dokumentarfilm über ein Ägypten gedreht, das längst versunken ist.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Ägypten einst eine blühende <a href="https://picasaweb.google.com/109512523604063543123/AlexandriaKairo2009" target="_blank">griechische Gemeinde</a> hatte, ist bekannt. Al-Jazeera hat einen bemerkenswerten <a href="http://www.aljazeera.com/programmes/aljazeeraworld/2012/04/20124212646347121.html" target="_blank">Dokumentarfilm</a> über ein Ägypten gedreht, das längst versunken ist.</p>
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		<title>Paranoia</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 14:14:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[History]]></category>
		<category><![CDATA[Middle East]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Osmanisches Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[ʿAbdarraḥmān Šahbandar, ein führender syrischer Nationalist der Zwischenkriegszeit, berichtet von einem Ereignis, das bezeichned ist für die Herrschaft ʿAbdülḥamīds II., der 1877 die Verfassung des Osmanischen Reiches, wozu auch Syrien gehörte, suspendiert hatte und despotisch regierte, bis er 1908 von den Jungtürken abgesetzt wurde.
Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der sein Studium im Osmanischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ʿAbdarraḥmān Šahbandar, ein führender syrischer Nationalist der Zwischenkriegszeit, berichtet von einem Ereignis, das bezeichned ist für die Herrschaft ʿAbdülḥamīds II., der 1877 die Verfassung des Osmanischen Reiches, wozu auch Syrien gehörte, suspendiert hatte und despotisch regierte, bis er 1908 von den Jungtürken abgesetzt wurde.</p>
<p>Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der sein Studium im Osmanischen Reich abgeschlossen hatte und danach zwei Jahre in Europa verbrachte, um es dort fortzusetzen, bevor er wieder in seine Heimat zurückkehrte. Bei seiner Rückkehr hatte er alle Aufzeichnungen aus den Vorlesungen, die er besucht hatte, mitgenommen.</p>
<p>In einem seiner Hefte befand sich eine chemische Gleichung, in der die Verbindung von Wasser mit der bekannten Elementenformel „Zwei Atome Wasserstoff auf ein Atom Sauerstoff‟ vorkam. Der Student hatte diese Formel freilich nicht in arabischen Buchstaben, sondern in lateinischer Abkürzung als H2O niedergeschrieben. Als dies der Beamte bei der Einreise sah, gab er Befehl, den Studenten unter dem Verdacht festzusetzen, dass er den Herrscher verleumdet habe, habe der Student doch gesagt, dass Sultan Ḥamīd II. (= H2) eine Null sei!</p>
<p>Hätten Lehrer und Wissenschaftler sich nicht für den Studenten eingesetzt, so wäre es nicht leicht gewesen, ihn wieder freizubekommen. Es ist bedauerlich, so Šahbandar, dass die Bedrückung, die sein Land aufgrund des Kolonialismus in diesen Zeiten durchmachen müsse, dazu geführt habe, dass viele Söhne des Landes der ḥamidianischen Zeit nachtrauerten, obwohl es damals solche Fälle mittelalterlicher Scharlatanerie gegeben hat.</p>
<p>Trotzdem sei es nicht eben ein Ausdruck von Vernunft, so Šahbandar, wenn Menschen wegen einer neuen Krankheit, die sie befallen hat, sich nach einer alten Krankheit zurücksehnen.</p>
<p>(Quelle: ʿAbdarrāhman Šahbandar, al-Taṭawwur al-iǧtimāʿī wa-s-siyāsī al-ḥadīṯ fī aš-šarq al-adnā, in: <em>al-Muqtaṭaf</em> 2:79 (1931), wiederabgedruckt in: ʿAbdarraḥmān Šahbandar, <em>al-Maqālāt</em>, hg. von Muḥammad Kāmil al-Ḫaṭīb, Damaskus 1993, 335-48, hier 337.)</p>
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		<title>Heute morgen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 21:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notes]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter Natur]]></category>

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Ein unverhoffter Gast im Garten – leicht orientierungslos angesichts dessen, wo er da hingeraten ist.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-982 alignnone" title="rehammorgen" src="http://michaelkreutz.net/geisteswelten/wp-content/uploads/2012/03/rehammorgen.png" alt="rehammorgen" width="455" height="319" /></p>
<p>Ein unverhoffter Gast im Garten – leicht orientierungslos angesichts dessen, wo er da hingeraten ist.</p>
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		<title>Griechenland und das Don-Quixotische Europa (1845)</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 20:11:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europe]]></category>
		<category><![CDATA[History]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Jakob Philipp Fallmerayer]]></category>

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		<description><![CDATA[Der griechische Blick auf Westeuropa – ein Bericht aus dem Jahre 1845:
»Die Gräko-Slaven1 glauben heute selbst nicht mehr, daß ihr Stamm durch eigene Kraft und auf eigene Rechnung je in der Welt noch etwas bedeuten könnte. [...] Inzwischen nehmen sie unser Geld, greifen nach dem stützenden Arm, entlehnen auch etwa eine nützliche, d.h. gewinntragende Einrichtung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der griechische Blick auf Westeuropa – ein Bericht aus dem Jahre 1845:</p>
<blockquote><p>»Die Gräko-Slaven<sup><a href="#footnote-1-971" id="footnote-link-1-971" title="See the footnote.">1</a></sup> glauben heute selbst nicht mehr, daß ihr Stamm durch eigene Kraft und auf eigene Rechnung je in der Welt noch etwas bedeuten könnte. [...] Inzwischen nehmen sie unser Geld, greifen nach dem stützenden Arm, entlehnen auch etwa eine nützliche, d.h. gewinntragende Einrichtung, lachen aber unter sich weidlich über das Don-Quixotische Europa und seine unpraktischen Ideen, besonders über die »einfältigen Deutschen«, die sich einbildeten, sie könnten durch Compendien, Collegien-Hefte und weintrinkende Präceptoren die Zeiten der hellenischen Mythologie und des Heroenthums heraufbeschwören und nebenher doch lateinischen Sauerteig an das Ikonostasium der anatolischen Kirche legen.«</p></blockquote>
<p>Aus: Jakob Philipp Fallmerayer, Fragmente aus dem Orient. Zweiter Band, Stuttgart und Tübingen 1845, 261.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-971">Gemeint sind die Balkangriechen, in denen Fallmerayer allerdings nichts als graecophone Slawen sah.  [<a href="#footnote-link-1-971">back</a>]</li></ol>]]></content:encoded>
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		<title>Bankrupt</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 07:50:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europe]]></category>
		<category><![CDATA[History]]></category>
		<category><![CDATA[Greece]]></category>

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		<description><![CDATA[Today&#8217;s historical quote:
‎&#8221;La Grèce est le seule exemple connu d&#8217;un pays vivant en pleine banqueroute depuis le jour de sa naissance. &#8220;
Edmond About, La Grèce contemporaine, Paris 1858, 297.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Today&#8217;s historical quote:</p>
<blockquote><p>‎&#8221;La Grèce est le seule exemple connu d&#8217;un pays vivant en pleine banqueroute depuis le jour de sa naissance. &#8220;</p></blockquote>
<p>Edmond About, La Grèce contemporaine, Paris 1858, <a href="http://books.google.de/books?id=2wtCAAAAcAAJ&amp;pg=PA297&amp;dq=Edmond+About+Gr%C3%A8ce+banqueroute&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ei=FRo4T42KO4rItAaAzpGYDA&amp;ved=0CDIQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">297</a>.</p>
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		<title>Auf politischer Entdeckungsreise</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 20:37:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Kreutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedankensplitter]]></category>
		<category><![CDATA[Political Philosophy]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Bloch]]></category>
		<category><![CDATA[Ideengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Lilla]]></category>
		<category><![CDATA[Politikwissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Politikwissenschaften haben eigentlich ein breites Spektrum an Themen aufzuweisen – umso erstaunlicher, dass Religion darin ein Schattendasein führen soll. Jedenfalls legt das eine amerikanische Studie nahe:
Of the 20 leading journals in political science (as measured by “impact  factors”), only 1.34 percent of the articles published could be said to  have religion as [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Politikwissenschaften haben eigentlich ein breites Spektrum an Themen aufzuweisen – umso erstaunlicher, dass Religion darin ein Schattendasein führen soll. Jedenfalls legt das eine amerikanische <a href="http://www.insidehighered.com/news/2012/01/13/study-finds-political-scientists-ignore-religion#ixzz1jbzeqiHy" target="_blank">Studie</a> nahe:</p>
<blockquote><p>Of the 20 leading journals in political science (as measured by “impact  factors”), only 1.34 percent of the articles published could be said to  have religion as a primary topic, the analysis found.</p></blockquote>
<p>Nicht, dass ich viel von Ernst Bloch halten würde, doch Blochs Ansicht über die politische Seite der Religion schliesse ich mich gerne an. In den Worten von Mark Lilla: “Religion (&#8230;) represents a political journey to discover what might exist, what lies dormant, in the human mind and society.”<sup><a href="#footnote-1-967" id="footnote-link-1-967" title="See the footnote.">1</a></sup> Wenn das nicht für die Politikwissenschaften Grund genug sein sollte, sich mit Religion zu befassen.</p>
<br /><ol class="footnotes"><li id="footnote-1-967">Mark A. Lilla, <em>The Stillborn God: Religion, Politics, and the Modern West</em>, New York 2007, 288.  [<a href="#footnote-link-1-967">back</a>]</li></ol>]]></content:encoded>
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