Autor, Wissenschaftler, Fachjournalist

Schlagwort: Andalusien

Ambiguitätstoleranz

Eine Anmerkung zur “Ambiguitätstoleranz”, dem neuen Modewort in den deutschsprachigen Islamwissenschaften:

„To be sure, Islamic law was not enforced everywhere, every time; as in many other legal system, expediency, necessity, favoritism, bribery, inefficiency, politics, and other factors could alter an outcome. But the plain fact is that Islamic law in medieval Spain imposed humiliating conditions on Christian dhimmis to ensure that absolute power remained in the proper hands.‟[note]Darío Fernández-Morera: The Myth of the Andalusian Paradise. Muslims, Christians, and Jews under Islamic Rule in Medieval Spain. Wilmington/ Delaware 2016, S. 209.[/note]

Das hat über Jahrhunderte funktioniert.


 

Der Mythos vom andalusischen Paradies

Manche Mythen sterben nie, so der vom andalusischen Paradies unter islamischer Herrschaft. Die Spanier aber waren nicht nur Eroberte, sondern in Südamerika auch Eroberer, was heutzutage noch immer ganz unterschiedlich bewertet wird.

Denn heute würde, schreibt Darío Fernández-Morera,[note]Darío Fernández-Morera: The Myth of the Andalusian Paradise: Muslims, Christians, and Jews Under Islamic Rule in Medieval Spain. Wilmington 2016, S. 238.[/note] kaum ein Wissenschaftler behaupten, dass die christlichen Europäer Südamerika oder die Briten Indien erleuchtet hätten, aber im Falle Spaniens wird noch immer so getan, als sei die muslimische Eroberung der Beginn eines beispiellosen kulturellen Aufschwunges gewesen.


 

 

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