Ein Nachtrag zum koranischen “fī sabīl Allāh” (Vorgeschichte s. hier), das uns in Sure 2:190 begegnet: وقَتِّلوا في سبيل الله الذين يقتِّلونَكم ولا تاعْتادوا إنّ الله لا يُحبُّ المعتدّينَ. Dass fī sabīl nicht “auf dem Weg” heisst, sondern “um … willen”, hatte ich bereits erläutert. Nicht allen Koranübersetzern scheint der Begriff jedoch geläufig zu sein, weshalb sie ihn fälschlicherweise wortwörtlich übersetzen.

So lässt das Wissenschaftsportal L.I.S.A. der Gerda-Henkel-Stiftung einen Experten zu Wort kommen, der andauernd etwas vom “Weg Gottes” erzählt (ab etwa 10:50). Eine schnelle Überprüfung ergibt, dass sich dieses Missverständnis auch z.B. in der Übersetzung von Henning findet: “Und bekämpft in Allahs Pfad …” (Henning, Leipzig 1979).

Richtig übersetzt wird die Stelle dagegen in den Übersetzungen der Ahmadiyya “Und kämpfet für Allahs Sache …” (Ahmadiyya, Frankfurt a.M. 1993) und bei Paret “Und kämpft um Gottes willen …” (Paret, Berlin et al. 1985; auch online.) Parets Übersetzung bleibt im deutschen Sprachraum autoritativ.

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