Als vor einigen Jahren der amerikanisch-israelische Theatermann Tuvia Tenenbom für sein Buch über Antisemitismus in Deutschland recherchierte, gab es noch die sog. “Kölner Klagemauer”, eine antiisraelische Ausstellung unter freiem Himmel, verantwortet von einem Mann namens Walter Herrmann.

Die Informationstafeln dieser Ausstellung brauchten eine Befestigung aus schweren Steinen, damit sie nicht umfielen. Tenenbom erfuhr im Gespräch mit der Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, wo Herrmann seinerzeit die schweren Befestigungssteine unterstellte, wenn er nach getaner Hetze seine Informationstafeln abbaute:

Demnach hat der WDR Herrmann unterstützt und beweist folglich sein eigenes kleines Antisemitismusproblem. Das dürfte auch das merkwürdig obstruktive Verhalten des Senders im Umgang mit der Arte-Dokumentation erklären.

Herrmanns Klagemauer hatte seinerzeit gezielt Israel ins Visier genommen und zum Teil mit drastischen Karikaturen regelrecht dämonisiert. Es handelte sich dabei um einen klaren Fall von israelbezogenem Antisemitismus, also genau das Thema der Arte-Doku, die der WDR jetzt nicht zeigen wollte.

Quelle und Bildnachweis: Tuvia Tenenbom: I Slept in Hitler’s Room. An American Jew Visits Germany. New York 2012, S. 270.

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 3 / 5. Anzahl Bewertungen: 2

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.