Ein Historiker beklagt sich im “National Interest” über die einseitigen Wahrnehmungen des Islam im Weissen Haus. Während die Trump-Regierung ein generelles Misstrauen gegenüber dem Islam hegt, habe Obama das krasse Gegenteil geglaubt:

In 2011, for example, Tibi’s very important Islamism and Islam was published by Yale University Press, but it received scant attention in the general-interest reviews, in public discussion, or within the Obama administration. Yet whether Obama knew better or whether he was so much a product of the politically correct academy that he actually thought that the Islamic State had nothing to do with Islam …

Der Autor, Jeffrey Herf, bezieht sich in seinem Artikel mehrfach zustimmend auf Bassam Tibis “Islamism and Islam”, das von der amerikanischen Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen worden sei. Da mag er recht haben. Allerdings scheint er selbst das Buch nicht gelesen zu haben. Tibi selbst sagt nämlich explizit, dass Islamismus nicht Islam sei, so der Titel eines seiner Kapitel („Why Islamism is not Islam‟)! Darin heisst es:

In the case of Islamism, the religionization of politics means the promotion of a political order that is believed to emanate from the will of Allah and is not based on popular sovereignty. Islam itself does not do this. As a faith, cult, and ethical framework, it implies certain political values but does not presuppose a particular order of government.

Ähnlich hat er auch in anderen seiner Bücher argumentiert (z.B. in “Islam’s Predicament”). Ob man dem zustimmt oder nicht – Obama lag hier ganz auf einer Linie mit Tibi.

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