Man unterschätze nicht die Macht der Poesie! Dafür gibt es zahlreiche Belege, man denke nur an Rhigas Ferraiso Velestinlis, der die erotische Dichtung eines Nicolas Réstif de la Bretonne ins Griechische übersetzte und mit Gedichten anreicherte, die zum Widerstand gegen das Osmanische Reich aufriefen.

«BARLEY WOOD. TOMB HANNAH MORE«/ CC0 1.0

Auch das chinesische Jīn Píng Méi (金瓶梅), dessen Verfasser unbekannt ist, gehört dazu, wörtlich «Pflaumenblüten in einer goldenen Vase», in der es viel um Erotik geht, das aber vor allem den moralischen Niedergang der Ming-Ära anprangert, auch wenn die Handlung vordergründig in einer anderen Zeit spielt. Bald darauf jedenfalls war die Ming-Dynastie Geschichte.

Im achtzehnten Jahrhundert wiederum schrieb die englisch Literatin Hannah More gegen die Sklaverei an und eines ihrer Gedichte namens «Slavery» wurde Teil einer politischen Kampagne zu deren Abschaffung. Ihr Nachlass umfasst mehr als 1800 Briefe aus der Zeit zwischen 1766 und 1833 und werden nun erstmals digital zugänglich gemacht.