Die Menschen sind entweder Hardliner oder Reformisten, denn die Islamische Repiublik geniesse eine “gewisse Legitimität in der Bevölkerung”, glaubt eine “Spiegel”-Korrespondentin, die mit ein paar Leuten in Teheran auf der Strasse geplaudert und sich den Rest fröhlich zusammengereimt hat.
Wir lernen: Die Hoffnung auf irgendeinen Fortschritt in der Iran-Bereichterstattung deutscher Medien ist zerplatzt. Mittlerweile ist eine neue Generation von Journalisten angetreten, die genau dieselben Fehler macht wie die alte. Daran wird sich so bald nichts ändern.
Die hiesige Iran-Lobby, die seit Jahren versucht, unter dem Etikett der Politikberatung Versatzstücke iranischer Staatspropaganda in die Öffentlichkeit zu tragen und die Sicht der Reformer in der Berichterstattung zu etablieren, hat auf ganzer Linie gewonnen.
Am schönsten ist folgender Satz der Korrespondentin Monika Bolliger: “Manche Kritiker … fürchten, eine Art Diktatur sei im Anmarsch.” Noch tiefer kann die Iran-Berichterstattung wirklich nicht mehr sinken. Aber es gibt Hoffnung.
Eine positive Ausnahme bildet ein Beitrag der ARD. Hier endlich wird, von einer ausgebildeten Islamwissenschaftlerin aus Teheran anschaulich dargestellt, was andere ihrer ideologischen Scheuklappen wegen nicht sehen können.
Katharina Willinger berichtet, dass die Menschen in Iran mittlerweile grosse Risiken einzugehen bereit sind, um sich öffentlich gegen das islamische Regime auszusprechen. Es ist mutig, sich auf diese Weise vor der Kamera zu äussern; es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dies ungefiltert wiederzugeben.
[Überarbeitet; ursprünglich erschienen auf transatlantic-forum.org]
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