Bin ich eigentlich der einzige, dem das auffällt? So habe ich lange Zeit gedacht. In den zahlreichen Romanen, die ich gelesen oder angelesen habe, finde ich neben Stilblüten vor allem langatmige Reflexionen und Betrachtungen, überhaupt eine zähflüssige Fabulierei, der allerdings kaum Handlung, kaum Plot gegenübersteht. Nun, ich bin wohl doch nicht der einizge, der das moniert, wie ein Kommentar in der NZZ zeigt:
Schlagwort: Kultur Seite 1 von 5
Eine politikwissenschaftliche Studie der Universität Mainz versucht, Antworten zu geben und Ursachen für Islamfeindlichkeit (Islamophobie») in Europa zu benennen:
Kontingenz, also die Offenheit historischer Entwicklung, ist seit langem ein populäres Schlagwort unter Historikern, Soziologen und Philosophen, was insofern erstaunt, weil das Gegenteil, die Geschichtsteleologie, also der Glaube an eine innere Logik der Geschichte, in den Geisteswissenschaften vor langem ad acta gelegt wurde.
Vor vierzehn Jahren, im Jahre 2011, habe ich anlässlich seines vorzüglichen Buches «Religio duplex» dem Kulturwissenschaftler Jan Assmann einen Brief geschrieben, den ich dieser Tage per Zufall wiederentdeckt habe.
In Asien gibt es eine Konkurrenz zwischen Buddhismus und Christentum und zwar dergestalt, dass ersteres von einer städtischen Elite häufig mit Tradition und Landläufigkeit assoziiert wird, letztereshingegen mit Modernität. Das ruft neue buddhistische Gemeinden auf den Plan, das Image des Buddhismus gehörig aufzupolieren.
In China gibt es einen jungen Trend, der sich xié xiū nennt, wörtlich: Kultivierung des Bösen. Da das Böse (xié 邪) in Form von Katastrophenmythen oder Weltuntergangsphantasien in der chinesischen Kultur nie ein bedeutsamer Topos war (Schmidt-Glinzer 2009: 80), ist der Begriff ironisch zu verstehen.
Wenn der Philosoph Peter Sloterdijk (2024: 164-5) Kultur vor allem aus ihrer Eigendynamik und Feedback-Logik heraus zu erklären versucht, dann steht er vor dem Problem, dass sich jede Eigendynamik irgendwann einmal erschöpft und einer neuen Eigendynamik weicht, die nicht vorherzusagen ist.
Wieder einmal wundern wir uns, was so alles auf dem Buchmarkt als vorgebliche Belletristik gehypt wird. Der Roman «22 Bahnen» fängt tatsächlich mit einer Einkaufsliste an, also einer Liste von Substantiven. Es folgt der krptische Satz:
Schon vor zweihundert Jahren hat sich ein Alexander Puschkin darüber amüsiert, dass viele Literaten seiner Zeit eine Neigung zum geschwollenen Ausdruck haben.
Elon Musk, Unternehmer und Betreiber der Soziale-Medien-Plattform «X», früher bekannt unter dem Namen Twitter (die Plattform, nicht der Unternehmer), sagt, seine integrierte AI-Techonologie namens Grok könne selbst Fragen beantworten, deren Lösung weder das Internet noch Bücher bereithalten.