Politik, Kultur, Religion

Autor: Michael Kreutz Seite 2 von 15

Der politische Etrog

Erst wurde Triest im 18. Jahrhundert zum Freihafen erklärt, dann löste es ein Jahrhundert später Venedig als Umschlagplatz für jüdische rituelle Güter ab, vor allem für den Etrog, eine Zitrusfrucht, die im Sukkot besondere Beachtung findet.

Der Mönch am Tresen

In Asien gibt es eine Konkurrenz zwischen Buddhismus und Christentum und zwar dergestalt, dass ersteres von einer städtischen Elite häufig mit Tradition und Landläufigkeit assoziiert wird, letztereshingegen mit Modernität. Das ruft neue buddhistische Gemeinden auf den Plan, das Image des Buddhismus gehörig aufzupolieren.

Männlichkeit und Gewalt

In diversen Fachdisziplinen schon lange diskutiert wird ein Zusammenhang zwischen martialischem Männerbild, gewalttätiger Erziehung, Autoritarismus und der Neigung zu Krieg. Eine Studie unternauert dies auf Grundlage einer Umfrage und erklärt die russische Aggression gegen die Ukraine nicht zuletzt aus dem vorherrschenden Männerbild:

Fundstück: Was Dschihadisten motiviert, 2017

Ist es primär die Aussicht auf ein fantastisches Leben im Jenseits, das Dschihadisten dazu motiviert, Menschen ihres vermeintluchen Unglaubens wegen zu töten? Nein, glaubt der Kognitionswissenschaftler Fritz Breithaupt.

邪修 (xié xiū) – Wenn Popkultur auf Daoismus trifft

In China gibt es einen jungen Trend, der sich xié xiū nennt, wörtlich: Kultivierung des Bösen. Da das Böse (xié 邪) in Form von Katastrophenmythen oder Weltuntergangsphantasien in der chinesischen Kultur nie ein bedeutsamer Topos war (Schmidt-Glinzer 2009: 80), ist der Begriff ironisch zu verstehen.

Eigendynamik und Politik

Wenn der Philosoph Peter Sloterdijk (2024: 164-5) Kultur vor allem aus ihrer Eigendynamik und Feedback-Logik heraus zu erklären versucht, dann steht er vor dem Problem, dass sich jede Eigendynamik irgendwann einmal erschöpft und einer neuen Eigendynamik weicht, die nicht vorherzusagen ist.

Wenn der Schriftzug des erratenen T-Shirts zum Höhepunkt wird

Wieder einmal wundern wir uns, was so alles auf dem Buchmarkt als vorgebliche Belletristik gehypt wird. Der Roman «22 Bahnen» fängt tatsächlich mit einer Einkaufsliste an, also einer Liste von Substantiven. Es folgt der krptische Satz:

Moderne Graeca, unerwartet

In meiner Comicsammlung finden sich Alben in mehreren Sprachen: Englisch, Französisch, Italienisch und Arabisch. Auf Griechisch habe ich auch einige, darunter heimische Adaptionen der Komödien des Aristophanes. Natürlich reden wir hier von Neugriechisch, also der modernen Koine.

Begeht Israel einen Genozid?

Zahlreich sind die Stimmen, die Israel einen Genozid im Gazastreifen vorwerfen. Man muss jedoch kein grosser Fan der Regierung Netanjahu sein, um zu erkennen, dass dies ein haltloser Vorwurf ist.

Wenn der bläulich schillernde Umschlag beleidigt vor sich hin schimmert

Schon vor zweihundert Jahren hat sich ein Alexander Puschkin darüber amüsiert, dass viele Literaten seiner Zeit eine Neigung zum geschwollenen Ausdruck haben.

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