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Griechenland

Der makedonische Knoten

Im Streit um Makedonien werden neue intellektuelle Geschütze aufgefahren. Nachdem die Ausführungen Viktor Friedmans zum griechischen Umgang mit slawischsprachigen Minderheiten im eigenen Land (s. TF vom 23.01.09) zu einer konzertierten Reaktion auf griechischer Seite geführt hatten, zieht eine griechisch-bulgarische Dokumentensammlung (”Macedonian Issue and Bulgaria – Confidential Documents 1950-1967″) wiederum heftige Kritik von slawomakedonischer Seite auf sich.

Das Buch sei ”an expression of Nazi and racist politics of certain circles in Sofia and Athens against Macedonia and the Macedonians, which destabilizes the entire Southeast Europe”, heisst es in Skopje. Zuvor hatte die griechische Aussenministerin Dora Bakoyannis, die bei der Präsentation des Buches[1] im April zugegen war und eigentlich nicht im Verdacht steht, eine besonders nationalistische Linie zu vertreten, deutlich gemacht, dass nun der Beweis erbracht sei, dass die Makedonienfrage eine Erfindung des Kalten Krieges sei.

In Skopje witterte man derweil eine Verschwörung von Athen und Sofia. Im Gegensatz zu Griechenland erkennt Bulgarien die Republik Makedonien zwar unter ihrem verfassungsmässigen Namen an, jedoch nicht die Existenz einer entsprechenden Titularnation. Eine slawische makedonische Minderheit im eigenen Land wird von Bulgarien ebensowenig anerkannt wie von Griechenland.

  1. Σπυρίδων Σφέτας, Το Μακεδονικό και η Βουλγαρία. Πλήρη τα απόρρητα βουλγαρικά έγγραφα 1950-1967. Ε.Μ.Σ. – Εκδοτικός Οίκος Αδελφών Κυριακίδη, Θεσσαλονίκη 2009, (ISBN 978-960-467-092-5). Das Buch steht komplett zum Download bereit.
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