Wir leben in einer postfaktischen Welt, wird oft beklagt, und es ist nicht ganz verkehrt: Selbst renommierte Medien und universitäre Fachbereiche fallen auf Blender und Scharlatane herein, weil man glaubt, dass von der ethnischen Herkunft des Sprechers auf dessen Qualifikation zu schliessen sei – ein fataler Irrtum, für den der «Spiegel» ein aktuelles Beispiel liefert.
Monat: Februar 2025
Nie mehr als nötig
Praktiker des Wing Chun (Wing Tsun) oder anderer Formen des Kung fu wissen, dass man jede Bewegung mit gerade soviel Kraft wie nötig ausführen soll. Das geht auf Daoismus und Buddhismus zurück, in denen jede Tätigkeit das richtige Atmen voraussetzt und dieses wiederum eine entspannte Körperhaltung.
Dass sie angesichts der enormen, von ihr zu verantwortenden Zerstörungen im Gazastreifen noch immer imstande ist, Forderungen zu stellen, nachdem es Israel nicht gelungen war, auf militärische Weise die Geiseln zu befreien, erweist die Terrororganisation Hamas als einen Akteur, der in seinen Mitteln und seiner Boshaftigkeit nicht zu unterschätzen ist.
Suffer and Gain
This Chinese proverb is as simple as it is clever: 越挫越勇 yuè cuò yuè yǒng – The more difficulties you have, the braver you become. As a verb, the Chinese word 挫 cuò means “to chop off” or “to grind”. So it can be translated: The more grind (you suffer), the more courage (you’ll gain).
Das Problem mit “Tár”
Als er vor drei Jahren in die Kinos kam, wurde der Film “wurde”Tár” hochgelobt. Er handelt von einer Dirigentin in Berlin und keine Rezension und keine Beschreibung des Films kommt ohne den Hinweis aus, dass sich die Protagonisten Lydia Tár in einem “männerdominierten Beruf” zu bewähren habe. Doch wer glaubt, bierbei handele es sich um einen Film, der die entsprechenden Widerstände thematisiert, der irrt. Der Zuschauer wird hier Glatteis geführt.
Eine Riviera des Nahen Ostens
Den Gazastreifen zu einem zweiten Monaco zu machen, warum nicht? En fabelhafter Plan, den der amerikanische Präsident Donald Trump vorgeschlagen hat: Keine Terroristen mehr, keine Trümmer, kein Fanatismus, kein Hunger – stattdessen von ausländischen, vor allem amerikanischen Investoren betriebene Hotels, Büros und Casinos, Shopping Malls und Parks. Doch das Rennen könnten andere machen.
Was Trump mit Iran vorhat
In meiner Soziale-Medien-Blase begeistern sich viele aus der iranischen Community für den amerikanische Präsidenten Donald Trump, hat dieser doch angekündigt, «maximalen Druck» auf die Islamische Republik ausüben zu wollen. Will Trump etwa einen Regimewechsel forcieren und es der iranischen Bevölkerung möglich machen, ihr Land neu aufzubauen und zu einer Demokratie zu machen? Wenn sich die Iraner da mal nur nicht täuschen.
Demokratie und Lagerdenken
Wer sich für Politik interessiert, eine politische Meinung hat, politisch denkt, wird sich einem Lager zuordnen. Überwindung des Lagerdenkens kann also realistischerweise nicht heissen, sich keinem Lager zuzuordnen. Vielmehr heisst es, nicht immer reflexartig das eigene Lager zu verteidigen, ohne dessen Argumente sorgfältig zu prüfen.
Masken der Islamischen Republik
Er kann schliesslich auch nichts dafür, dass sein Bruder in der iranischen Diaspora so verhasst ist, weil der schon seit langem als Lobbyist des verhassten Mullah-Regimes gilt und seine Organisation bei einem Gerichtsprozess eingestehen musste, dass sie viel weniger Mitglieder hat als sie der amerikanischen Öffentlichkeit glauben machen wollte.
Mitgemeint
Mitgemeint ist eine Zumutung. Der Vorwurf, Frauen seien nur mitgemeint, bezieht sich auf die Verwendung des grammatischen Maskulinums bei gleichzeitiger Intention, beide Geschlechter zu adressieren. Wer von Lehrern oder Polizisten spricht, aber auch Lehrerinnen und Polizistinnen meint, der muss sich von interessierter Seite den Tadel gefallen lassen, Frauen seien in seiner Wortwahl bloss mitgemeint, sprachlich damit unterrepräsentiert und marginalisiert und folglich unterdrückt.
