Ein Kommentar in der „Welt“ wiederkäut all die Argumente, die der Verfasser in einem anderen Kommentar gelesen hat, dessen Verfasser sich wiederum bei einem Historiker bedient, dessen Befunde zur iranischen Gesellschaft er selektiv zitiert. Ein tiefverwurzelter orientalischer Despotismus wäre demnach der Grund, warum Ansätze einer Demokratie scheitern müssen.
Schlagwort: Debatte
Einwände gegen die Freiheit
Nicht alle Kommentatoren hierzulande sind glücklich mit der Vorstellung von einem Regimewechsel in Iran. Die Argumente sind unterschiedlich, nicht immer nachvollziehbar, zuweilen unlogisch und auf Halbwissen basierend. Eine kleine Umschau ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Ein Experte sorgt sich um den Nahen Osten.
Der Kopf der Schlange
Kaum hat die israelische Regierung zu einem umfassenden Schlag gegen das Teheraner Regime angesetzt, überschlagen sich die Kommentare und Analysen vieler Medien mit törichten Warnungen vor einer Eskalation des Konflikts und absurde Appelle an beide Seiten, die iranische wie die israelische, den Krieg mit Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu stoppen.
Das Schweigen des Postkolonialisten
Vor Jahren hat der indische Schriftsteller Pankaj Mishra mit seinem Machwerk «Aus den Ruinen des Empires» bewiesen, dass man für einen skrupellosen im Umgang mit historischen Fakten den Beifall des deutschen Feuilletons finden kann. Doch wenn Scharlatane nicht gestoppt werden, machen sie weiter.
Zivilgesellschaft bezeichnet die Gesamtheit der informellen Netzwerke, die sich öffentlich für Demokratie und Pluralismus engagieren. Nach ihr wird dieser Tage verstärkt gerufen, damit sie ein Bollwerk gegen die immer populärer werdende AfD und ihre rechtspopulistischen bis rechtsextremen Forderungen schafft und die offene Gesellschaft verteidigt. Aber was heisst das genau?
Nahostexperten am Limit (4)
Wir leben in einer postfaktischen Welt, wird oft beklagt, und es ist nicht ganz verkehrt: Selbst renommierte Medien und universitäre Fachbereiche fallen auf Blender und Scharlatane herein, weil man glaubt, dass von der ethnischen Herkunft des Sprechers auf dessen Qualifikation zu schliessen sei – ein fataler Irrtum, für den der «Spiegel» ein aktuelles Beispiel liefert.
Wie Elon Musk auf die AfD hereinfiel
Musks Beitrag in der „Welt am Sonntag“ zeigt, dass er sich an der Nase hat herumführen lassen. Denn die AfD spielt seit langem schon ein doppeltes Spiel – und das sehr erfolgreich, wie Umfragen und Wahlergebnisse zeigen. Musk, wiewohl ein gewiefter Unternehmer, hat das nicht durchschaut, nur deshalb hält der die AfD für Deutschlands einzige Rettung.
Was heisst “europäisch”?
An welche Länder denkt man zuerst, wenn von “Europa” die Rede ist? Den meisten dürften wohl eher Frankreich, Deutschland oder die Schweiz in den Sinn kommen als Rumänien, Griechenland oder Ungarn. Wer den Gründen nachforscht, merkt schnell, wie flüchtig und folglich kritikwürdig der Europa-Begriff ist. Man kann mit seiner Kritik freilich auch über das Ziel hinausschiessen.
Spielt die Herkunft eine Rolle?
In Deutschland fangen gesellschaftliche Debatten nach zwanzig Jahren wieder bei Null an. Aktuell sieht man das am Fall der Ausschreitungen, wie sie zum Jahreswechsel in Berlin stattgefunden haben. Der ausserordentlich hohe Anteil von jungen Leuten mit Migrationshintergrund ist bemerkenswert. Was nun?
