Vor vierzehn Jahren, im Jahre 2011, habe ich anlässlich seines vorzüglichen Buches «Religio duplex» dem Kulturwissenschaftler Jan Assmann einen Brief geschrieben, den ich dieser Tage per Zufall wiederentdeckt habe.
Vor vierzehn Jahren, im Jahre 2011, habe ich anlässlich seines vorzüglichen Buches «Religio duplex» dem Kulturwissenschaftler Jan Assmann einen Brief geschrieben, den ich dieser Tage per Zufall wiederentdeckt habe.
Quod non est excellentior status, quam vacare philosophiae – “Es gibt keine ausgezeichnetere Lebensform, als sich frei der Philosophie zu widmen”, lautet die vierzigste These, die der Bischof von Paris 1277 als ketzerisch verurteilte und obgleich man heutzutage ungestraft die Religion hinauf- und wieder herunter kritisieren kann, stehen doch gerade an den Universitäten die Zeichen auf Dialog und Anschmiegung, will man doch die Religionsgemeinschaften als Akteure für den Zusammenhalt der Gesellschaft gewinnen.
Geht es um den interreligiösen Dialog, dann wird es gern idealistisch. Überhaupt stelle ich immer wieder fest, wie ihre Verfechter häufig so tun, als gäbe es, sobald es um den Islam geht, nur den Koran und eine Vielzahl von Auslegungen – ganz so, als habe es nie eine tausendjährige Theologie gegeben, wobei wir hier das Wort Theologie in Ermangelung eines passenderen Begriffs verwenden, haben sich doch die muslimischen Rechtsgelehrten immer als Juristen begriffen.
Max Weber wollte verstehen, warum unterschiedliche Zivilisationen unterschiedliche Entwicklungspfade eingeschlagen haben und warum das, was wir „Moderne‟ nennen, eine Erfindung des Abendlandes ist. Einer der zentralen Begriffe in diesem Zusammenhang ist der der „Entzauberung‟, den der Soziologe Hans Joas in seinem Buch Die Macht des Heiligen einer gründlichen Kritik unterzieht. Darin will Joas einerseits den Weberschen Ansatz überwinden, Weber andererseits neu deuten.
Jan Assmann, Heidelberger Ägyptologe und in der zweiten Phase seines publizistischen Schaffens Kulturwissenschaftler, ist u.a. für seine These von der (wie er sie nennt) „Mosaischen Unterscheidung“ bekanntgeworden, die freilich viel Kritik auf sich gezogen hat und über die ich in meinem Buch Zwischen Religion und Politik (S. 60) schrieb: … derzufolge die „Mosaische Unterscheidung‟ zwischen Read More
Religionen befassen sich nicht nur mit transzendenten Dingen, mit Ethik und Ritualen, sondern bringen in diesen Dingen wie auch darüberhinaus ein jeweils spezifisches Verhältnis zur Welt voraus, die ihrerseits dem Wandel der Zeit unterliegt. Damit werden die Religionen relevant für die Politik und in diesem Spannungsfeld zwischen Religion und Politik entsteht das, was wir die Read More
Ein Historiker beklagt sich im „National Interest“ über die einseitigen Wahrnehmungen des Islam im Weissen Haus. Während die Trump-Regierung ein generelles Misstrauen gegenüber dem Islam hegt, habe Obama das krasse Gegenteil geglaubt: In 2011, for example, Tibi’s very important Islamism and Islam was published by Yale University Press, but it received scant attention in the general-interest reviews, in Read More
Ein interessanter Beitrag von Ufuk Özbe widmet sich der Frage, inwieweit die Evolutionstheorie mit dem Glauben an Gott vereinbar ist. Der Artikel enthält viel richtiges und plausibles, aber das zentrale Argument, eine Kontingenz der Evolution mache die Annahme eines Schöpfergottes wenig plausibel, überzeugt nicht – und zwar unabhängig davon, ob man selbst an Gott glaubt Read More
Es gebe doch ganz unterschiedliche Vorstellungen von Islam, sagen Apologeten des Islam gerne. Dass die Konfession bei den meisten im Alltag keine Rolle spiele, ist auch ein beliebtes Argument derer, die keinen kritischen Gedanken an den Islam verschwenden wollen. In einem Streitgespräch in der «Welt» treten all die falschen Argumente zum Vorschein, die die Islamdebatte hierzulande prägen.
Der Islam „mit seinen wesentlichen Rechtstheorien …“ sei „mit der Demokratie, mit dem Grundgesetz nicht vereinbar“, findet die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und verleiht damit einer Haltung Audsruck, die in rechtskonservativen Kreisen weitverbreitet ist. Was sich hier widerspiegelt, ist zwar keine antidemokratische Gesinnung, die Äusserung von Petry macht aber deutlich, dass man in der AfD gar nicht verstanden hat, wie eine liberale Demokratie in Bezug auf Religion funktioniert.