Der Brexit ist da â und schaut man sich deutsche Reaktionen darauf an, dann sieht man neben vielen sachlichen Kommentaren auch ein gerĂŒttelt Mass an Hysterie. Mag sein, dass die Briten eine Entscheidung getroffen haben, die sich als kurzsichtig erweisen wird; dass der Ausstieg aus der EU mehr Nachteile als Vorteile bringt. Aber dass durchaus rationale ErwĂ€gungen bei der Entscheidung, die EU zu verlassen, ĂŒberhaupt irgendeine Rolle gespielt haben könnten, kommt manch einem hierzualnde einfach nicht in den Sinn.
Monat: Juni 2016
Was wÀre so schlimm am Brexit?
Es mag gute GrĂŒnde gegen einen sog. Brexit, ein Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU geben, zugleich offenbaren britische und deutsche Stimmen ganz unterschiedliche Vorstellungen von der EU und alte Denkmuster treten neu zutage. Gerade in der deutschen Ăffentlichkeit wird die EU stark idealisiert wird, wĂ€hrend in Grossbritannien selbst die AnhĂ€nger der EU weitaus pragmatischer argumentieren.
Gewalt im Namen der Religion
Stellen Sie sich vor, Sie möchten NĂ€heres darĂŒber erfahren, warum Japan erdbebengefĂ€hrdet ist. Sie fragen also einen Spezialisten, einen Geologen â und der sagt Ihnen: «Ja, aber San Francisco doch auch. Denken Sie nur an das Erdbeben von 1906!» WĂŒrden Sie sich mit dieser Antwort zufriedengeben?
Fraglos ist es eine Schande, dass FlĂŒchtlingsheime in Deutschland massenhaft abgefackelt werden â mehr als einhundert allein im vergangenen Jahr. Ist Deutschland rassistischer, der Rechtsextremismus mehrheitsfĂ€hig geworden? Eine Studie der Uni Leipzig versucht dies zu beantworten und das erste Fazit hat es in sich.
Extremismus als Normalzustand
Wer ist schuld, wenn die FlĂŒsse austrocknen? â Die Frauen, sagt der Freitagsprediger von Isfahan, Sayyed Yusuf Tabatabai-Nezhad. Und zwar solche, die sich in der Ăffentlichkeit fotografieren. Hintergrund dieser Hetze ist wieder einmal der sog. «bad-hedschab», der schlechte Hedschab. So nennt die Islamische Republik jedes Anzeichen einer weiblichen HaarstrĂ€hne in der Ăffentlichkeit.
Ăber die Armenien-Entschliessung des Bundestages mag man denken, was man will. Wir haben gute GrĂŒnde genannt, ihr gegenĂŒber skeptisch zu sein. Dass deutsch-tĂŒrkische Parlamentarier durch die TĂŒrkei unter Druck gesetzt werden, sollte aber niemanden kalt lassen.
Ein Friedensaktivist hat eine tolle Idee, wie man im Nahen Osten Frieden schaffen kann.
Was die AfD nicht versteht
Der Islam âmit seinen wesentlichen Rechtstheorien âŠâ sei âmit der Demokratie, mit dem Grundgesetz nicht vereinbarâ, findet die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und verleiht damit einer Haltung Audsruck, die in rechtskonservativen Kreisen weitverbreitet ist. Was sich hier widerspiegelt, ist zwar keine antidemokratische Gesinnung, die Ăusserung von Petry macht aber deutlich, dass man in der AfD gar nicht verstanden hat, wie eine liberale Demokratie in Bezug auf Religion funktioniert.
Genozid und StaatsrÀson
In Deutschland herrsche eine ârepressive AtmosphĂ€reâ in Bezug auf die Ereignisse von 1915, liest man in einer Stellungnahme der tĂŒrkischen Botschaft anlĂ€sslich der Entschliessung des deutschen Parlaments, in diesem Zusammenhang von einem Völkermord an den Armeniern zu sprechen. Das ist reichlich grotesk, insofern als in der TĂŒrkei selbst gar keine Pressefreiheit herrscht.
