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Zukunftsfragen

Islamische Welt und Globalisierung (2)

Die muslimische Welt verweigert sich der Globalisierung” urteilte der Politikwissenschaftler Peter Pawelka noch vor zwei Jahren. Wenn dieser Satz jemals seine Richtigkeit hatte, so gilt er jedenfalls heute nicht mehr. Denn zumindest die Einstellung der Bevölkerung in der Islamischen Welt weist auf das Gegenteil hin, so WorldPublicOpinion.org:

Contrary to the common assumption that Muslims view globalization as a threat to their society, a new poll of Muslim countries finds that globalization is generally viewed positively. The poll was conducted by WorldPublicOpinion.org in six nations with predominantly Muslim populations in different regions of the world including Egypt, Turkey, Azerbaijan, Iran, Indonesia, and the Palestinian Territories, plus the Muslim population of Nigeria.

Für Globalisierungskritiker wie Naomi Klein ist das natürlich ein Ärgernis. Frau Klein, die sich gerne als Anwältin nichtwestlicher Nationen ausgibt, muss wieder einmal mit ansehen, wie die von ihr vorgeblich Vertretenen wenig Stimmung an den Tag legen, sich vor den Chancen und Risiken der Weltwirtschaft behüten zu lassen. Zuvor schon hatte die Chavez-Bewunderin Schiffbruch erlitten, als 72% der Venezolaner in einer Umfrage kundtaten, dass sie das Leben in einer freien Marktwirtschaft bevorzugen.

Tatsächlich ist Globalisierung nichts anderes als Partizipation, und zwar an internationalen Märkten. Die wiederum bringt keineswegs nur den reichen Ländern Vorteile (Beispiele hier, hier, hier, hier und hier), liegt es doch im Wesen des Handels, dass beide Seiten von ihm profitieren. Freilich verträgt sich Partizipation nicht mit einem in der Robin-Hood-Pose vorgetragenen intellektuellen Paternalismus. Dieser nämlich, in der Tat, ist ein Luxus, den nur die Wohlhabenden sich leisten können.

Noch einmal WorldPublicOpinion: “Asked whether international trade is good or bad for their country’s economy, majorities in five of six nations polled say that it is good.” Immerhin befürwortet in allen befragten Ländern eine Mehrheit einen Minimalstandard an Sozial- und Umweltnormen. Dafür zu werben, dürfte für die Linke ein weitaus konstruktiveres Betätigungsfeld sein als Globalisierung und Marktwirtschaft als solche zu dämonisieren.

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