Dem Westen gilt der Iran als “Schurkenstaat” – doch die Iraner sehen sich als Erben eines toleranten historischen Großreichs” meint die Redaktion der deutschen Ausgabe des “National Geographic” und will offenbar suggerieren: Der Iran kann kein Schurkenstaat sein.
Nun versteht selbst ein Kind, dass es einen Unterschied zwischen Staat und Bevölkerung gibt. Und es bedarf keiner geistigen Kapriolen um zu begreifen, dass die Menschen eines Landes durchaus anders denken mögen als ihre Regierung.
In solchen Fällen hat man es meist mit einer Diktatur zu tun. Im konkreten Falle des Iran muss man hinzufügen, dass dem gegenwärtigen Regime das altiranische Erbe durchaus ein Dorn im Auge ist, dem zum Teil mit brachialen Methoden auf den Leib gerückt werden soll.
Internationaler Druck wird sicherlich das schlimmste verhindern, aber nun ausgerechnet die Hinterlassenschaft der Achämeniden als Argument für das gegenwärtige Regime zu nehmen, ist schon reichlich grotesk.
Auch vorislamische Bräuche wie Nouruz sind bei den Mullahs nicht eben wohlgelitten. Die Menschen jedoch hält es nicht ab, weiterhin ihr Fest zu feiern. So etwas nennt man “zivilen Ungehorsam”.
Die Verwechslung von Staat und Gesellschaft finden wir übrigens häufiger bei den Linken. Dabei ist es nicht schwer zu verstehen: Das gegenwärtige Regime ist ein Schurkenstaat – das Land als historische und kulturelle Grösse ist es nicht. Muss man das wirklich erklären?
