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Iran

Kulturrevolution schreitet voran

Zur Islamisierung des öffentlichen Lebens kommt nun die Koranisierung der Herzen: Weil es nach Ansicht des Religionsministeriums in den iranischen Provinzen zu wenige Hafezan, also Auswendigkönner des Koran gibt, denkt man nun an die Schaffung eines speziell dafür vorgesehenen Ministeriums. “So wie für Theater, Kino und Kulturvereine ein spezielles Budget vorgesehen ist”, findet Mohammad Ali Khaje-Piri, Direktor des Zentrums für die Entwicklung und Verbreitung koranischer Aktivitäten, “so muss für koranische Aktivitäten ein Extrabudget organisiert werden.”

Dieses neu zu schaffende “Koranministerium” soll auch Begrifflichkeiten des heiligen Textes zu erläutern helfen und spirituelle Lebenshilfe leisten. “Koranische Aktivitäten” können so zentral zwischen Ministerium und Provinzen organisiert werden. Damit nicht ohne Sinn und Verstand drauf los gelernt wird, soll das neue Ministerium sich liebevoll um die Heranziehung gebildeter Hafezan kümmern, die die tiefere Spiritualität des Koran zu ergründen imstande sind.

Davon bleibt das Schulwesen nicht verschont. Ziel ist es, Forschung und Lehre mit koranischem Geist zu erfüllen und die Offenbarung zu einer vitalen Angelegenheit des persönlichen Lebens zu machen. “Auf natürliche Weise und im Gleise stetiger Transformation” soll dies geschehen. Die sanfte Hand des Ministeriums weist den Herzen der Gläubigen den rechten Weg. Und wer das nicht begreift, für den gibt es noch andere Mittel.


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