Der Glaube an das Gute im Menschen ist manchmal nicht leicht zu erschüttern. Islamisten müssen daher immer wieder zum Dementi greifen, wenn westliche Kommentatoren nahöstlicher Geschehnisse allzu hartnäckig ein versöhnliches Bild von ihnen zeichnen.
So meint nun ein Politikwissenschaftler in der “Huffington Post” den Nahostspezialisten Efraim Karsh dafür attackieren zu müssen, dass dieser die Signale der Friedensbereitschaft aus der Islamischen Welt gegenüber Israel bewusst unterschlage, denn:
(…) there is increasing evidence that even Hamas in Gaza would not challenge a two-state settlement of the Israeli-Palestinian conflict.
(…) it is often overlooked that even the present Iranian government has said it would go along with an overall settlement if the Palestinians did so.
Da hat unser Politikwissenschaftler doch einiges verschlafen. Tatsächlich hatte Hamas-Mann Mahmoud az-Zahar bereits 2005 verkündet “We don’t recognize the state of Israel or its right to hold onto one inch of Palestine. Palestine is an Islamic land belonging to all the Muslims” wovon er auch nicht abrückte, als er im darauffolgenden Jahr Aussenminister wurde. Im Gespräch mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua klang das so:
“I dream of hanging a huge map of the world on the wall at my Gaza home which does not show Israel on it,” he said. “I hope that our dream to have our independent state on all historic Palestine (including Israel).”
Gegenüber einer israelischen Zeitung artikulierte er sich nicht minder deutlich:
“Some Israelis think that when we talk of the West Bank and Gaza it means we have given up our historic war,” Zahar told an Israeli newspaper in late October. “This is not the case.”
Weitere Belege liessen sich nennen. Auch die zweite Behauptung, dass die gegenwärtige iranische Regierung einen israelischen Ausgleich mit den Palästinensern akzeptieren würde sofern diese zustimmen, ist nachweislich falsch. Dieser Mythos geht auf eine Meldung der saudischen Nachrichtenagentur SPA von 2007 zurück, die von iranischer Seite sofort dementiert worden war.
Das iranische Regime ist in seiner Haltung absolut unversöhnlich gegenüber dem jüdischen Staat, den es permament dämonisiert und delegitimiert. Umso erstaunlicher, dass manch einer im Westen das immer noch nicht wahrhaben will. Manche Mythen halten sich eben etwas länger.
