Zu der Behauptung, Ahmadinejad habe nie von der Vernichtung Israels gesprochen, wurde auf diesem Blog bereits das nötige gesagt. Charles Asher Small von der “Yale Initiative for the Study of Antisemitism” weist im Interview mit “Radio Farda” noch einmal darauf hin, dass Ahmadinejad sich in seiner Äusserung von 2005 auf Khomeini bezog, der nicht nur von Israels Zerstörung geträumt, sondern auch die Juden zum Bösen schlechthin erklärt hatte.
Auch die Behauptung verständnisvoller Iranerklärer, dass das persische Verb “mahv shodan” nur “verschwinden” bedeuten könne und nicht “vernichtet werden”, wird hier ad absurdum geführt: Das persische Transkript nämlich übersetzt die Worte Smalls, dass Ahmadinejad und Khomeini von der Vernichtung Israels gesprochen haben, mit “Esra’il bayad az naqshe-ye joghrafiya mahv shavad”[1] – benutzt also selbst das inkriminierte Verb in dieser Bedeutung.
An dieser Stelle sei ebenfalls daran erinnert, dass Ahmadinejad u.a. auch folgende Äusserung von sich gab: “Die Verwirklichung einer Welt ohne Amerika und ohne Israel ist machbar und erreichbar” (tahaqqoq-e donya-ye bedun-e Amrika ve-Esrail dast-yaftani ve-shodani ast), was keinen Zweifel daran lässt, dass es (zumindest damals) dem iranischen Regime nicht nur um Jerusalem oder den erhofften Zusammenbruch einer anderen Staatsordnung von innen heraus geht.
Dass Ahmadinejad von solchen Äusserungen mittlerweile Abstand nimmt und ältere Worte aus dem Online-Archiv von dessen Webpräsenz gelöscht wurden, steht freilich auf einem anderen Blatt. Wer Persisch lesen kann, sollte sich übrigens an das Transkript halten, da der Film nur einen Ausschnitt des gesamten Interviews zeigt.
