Ein Orientalist hat die Orientierung verloren.
Wer sich Direktor des Orient-Instituts nennen darf, hat bestimmt viel Ahnung vom Nahen Osten und so lässt sich der Andreas Reinicke nicht lumpen und wartet im Fernsehen (ab 05:36) mit der starken These auf, dass der Zankapfel Jerusalem gar keiner sei, weil sich der Anspruch der arabischen Staaten auf den Ostteil begrenze und man Westjerusalem als Hauptstadt Israels de facto anerkannt habe, wobei der Mann zu erwähnen vergisst, dass im Ostteil die Altstadt mitsamt der für Juden so heiligen Stätten liegen, weswegen Israel ihn nicht gewillt ist aufzugeben, was freilich aus der Berliner Dunstglocke heraus betrachtet nicht so recht deutlich erscheinen mag.
