Lorenzo Cremonesi, Korrespondent des italienischen “Corriere della sera” ist durch die Krankenhäuser des Gazastreifen gezogen, hat Interviews geführt und nachgezählt: Mehr als 600 Tote soll die Operation “Gegossenes Blei” nicht gekostet haben – auch wenn natürlich jeder Toter einer zuviel ist.
Viele Krankenbetten, so Cremonesi, waren leer; im Amal-Hospital waren angeblich nur fünf von hundertfünfzig Betten belegt (Originalartikel hier). Die israelische Armee bestreitet die Zahl von Cremonesi und setzt sie höher an, was einen Grund hat:
“Despite a report by Lorenzo Cremonesi, a correspondent for Italy’s Corriere della sera, that the number of Palestinians killed in Operation Cast Lead did not exceed five or six hundred, Israeli defense officials on Thursday said there were around 1,300 Palestinians killed during the fighting in Gaza and that a majority of them were Hamas operatives. The IDF’s Gaza Coordination and Liaison Administration has already compiled a list with 900 names of Palestinians killed during the operation, out of which 750 are believed to be Hamas operatives.”
Denn nicht nur zählt die Zahl der Toten, sondern auch, wer getötet wurde – ob es also unbeteiligte Zivilisten waren oder Terroristen, die freilich von ihrer Bekleidung her nicht von Zivilisten zu unterscheiden sind. So sind die Verhältnisse im Nahen Osten.
