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Iran

Ein paar tausend plus zwei oder drei

Ahmadi-Nejad bleibt sich treu. Wie vor einiger Zeit berichtet, treiben die antikapitalistischen Töne des iranischen Präsidenten das Kapital ins Ausland. Und während noch der glücklose Direktor des Hamburger Orient-Instituts, Mit seiner verklärenden Rundum-Analyse, derzufolge Ahmadi-Nejads radikale Äusserungen auf dessen Unerfahrenheit zurückzuführen seien, liegt Nahostwissenschaftler Udo Steinbach wieder einmal daneben.

Derweil macht Ahmadi-Nejad deutlich, wes Geistes Kind er wirklich ist (vielleicht, damit es auch der letzte deutsche Islamwissenschaftler begreift): “Würde es uns gestattet, zwei oder drei Personen hinzurichten, so wären die Probleme an der Teheraner Börse gelöst”, so seine Worte auf einer Kabinettssitzung.

Nicht auszuschliessen, dass Irans Diktator Khamenei seinem Kettenhund auch das erlaubt. Als Sicherheitsoffizier der Islamischen Revolutionären Garden jedenfalls war Ahmadi-Nejad mitverantwortlich für die Ermordung mehrerer tausend Dissidenten in Teherans berüchtigtem Evin-Gefängnis.

Nicht Unerfahrenheit hoher Regimefunktionäre ist das Problem, sondern kalte Menschenverachtung – und die Ignoranz unter westlichen Nahost- und Islamwissenschaftlern.

Von Michael Kreutz

Dr. phil., Orientalist, Neogräzist, Politikanalyst, Buchautor und Journalist.

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