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Ideengeschichte

Philosophische Verteidiger des Luxus

Vor kurzem bin ich in der Encyclopédie des französischen Aufklärer Denis Diderot auf das Lemma “Luxus” gestossen. “Der Luxus”, heisst es dort, “hat als Hauptursache jene Unzufriedenheit mit unserem Zustand, jenen Wunsch nach einem besseren Leben, der in allen Menschen liegt und liegen muss.” Das ist echt humanistisch gedacht.

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Zukunftsfragen

Deutschlands Berlin-Problem

Was haben London, Warschau, Madrid, Sao Paulo, Seoul und Tel Aviv miteinander gemein? All diese Städte verfügen über einen sog. Google-Campus, also eine Art Ideenschmiede und Inspirationszentrum für Startup-Gründer, die Google früh an sich binden will. Davon hat vor allem Google etwas, aber auch die Gründer und letztlich die Stadt, in der der Google-Campus angesiedelt ist, profitieren davon. Startups lassen sich eben gern dort nieder, wo sie ein passendes Umfeld finden.

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Kino

Die verlorene Ehre des James B.

Dieser Tage erst habe ich den neuen Bond-Streifen “Keine Zeit zu sterben” anzusehen die Gelegenheit gehabt und wenn es einen Film aus der jüngeren Zeit der Reihe gibt, der einen Epochenwandel markiert, dann ist es dieser. Einiges haben die Macher ja gelernt. Dass man Bond nicht ungestraft seine Gimmicks wegnimmt, ohne ihn zu einem Prügelknaben zu machen, hat sich schon in dem ansonsten sehenswerten “Casino Royale” als Fehler entpuppt, der hier zum Glück nicht wiederholt wurde.

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Politik und Öffentlichkeit

“Auf die Wissenschaft hören!”

Auf die Wissenschaft zu hören ist ein wohlfeiler Rat, den Zeitgenossen gerne im Zusammenhang mit den Corona-Massnahmen erteilen, wie sie Mediziner empfehlen, wobei ich hier gar nicht in Abrede stellen will, dass gegen Corona etwas getan werden muss und jedem, der es noch nicht getan hat, nur eindringlich dazu aufrufen kann, sich impfen zu lassen, was freilich – dies nur am Rande – bei manchen Bevölkerungsschichten aussichtslos zu sein scheint, schaut man sich einmal an, was dieser Tage an Infantilitäten durch das Netz geistert, dass man sich nur an den Kopf fassen kann.

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✒️ Scharfe Schoten – die Glosse

Im Zeitalter des Murks

In Deutschland ist ideologischer Murks ziemlich in Mode.

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Islam

Scharia auf Planet Faktencheck

Kürzlich zitierte die AfD aus einer Umfrage des renommierten amerikanischen Meinungsforschungsinstituts “Pew”, wonach neunundneunzig Prozent der Afghanen die Scharia als offizielle Gesetzgebung ihres Landes befürworten. Die AfD mag eine rechtsradikale Partei sein, der man nicht so leicht Glauben schenkt, aber das Zitat ist korrekt. Kritisieren kann man, dass die Umfrage schon acht Jahre alt ist und man nicht weiss, ob heute, nach der neuerlichen Machtübernahme der Taliban, der Anteil der Schariabefürworter immer noch dermassen hoch ist.

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Rezension

Susanne Schröter: Allahs Karawane

Der Volksislam geniesst noch immer wenig Aufmerksamkeit in der medialen Debatte über Islam und Moderne, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass er regional weit aufgefächert ist und sich nur schwer überblicken lässt. Die vielleicht einzige Person, die dies mit wissenschaftlichem Anspruch zu leisten imstande war, dürfte die Orientalistin Annemarie Schimmel gewesen sein.

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Terrorismus

9/11, zwanzig Jahre später

Die macht der Bilder zeigt sich gerade an 9/11: Meist werden entsprechende Artikel mit Aufnahmen bebildert, die ein Flugzeug kurz vor dem Aufprall auf das World Trade Center zeigen oder kurz danach, wenn ein Feuerball diesen erschüttert. Was man selten sieht, sind Luftaufnahmen von Manhattan. Damals stand das ganze Gebiet in dichte Rauchwolken gehüllt. Wer die Bilder live vor dem Fernseher mitangesehen hat, musste glauben, hier nehme der dritte Weltkrieg seinen Anfang.

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Medien

Ein Komiker macht ernst

Hinter den Kulissen sehen die Dinge immer ganz anders aus. Das gilt nicht zuletzt für den Wissenschaftsbetrieb, wie er an deutschen Universitäten stattfindet. Hinter vorgehaltener Hand erfährt man schnell, wer welchen Kollegen überhaupt nicht schätzt, seine Thesen ablehnt und überhaupt für inkompetent hält.

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Politik und Öffentlichkeit

Bullerbü

Ein neuer Topos erobert den politischen Diskurs: Bullerbü. Denn Berlin brauche mehr Bullerbü, findet die “Grünen”-Politikerin Bettina Jarasch. Wer von Bullerbü spricht, evoziert die Kinderbücher der schwedischen Autorin Astrid Lindgren und damit die Idylle einer postindustriellen Welt mit Baumhäusern und Erdbeeren, mit Wiesen und Pferden und Blumen.

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