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Iran

Die Erosion der Macht

Das iranische Regime mag noch fest im Sattel sitzen, aber auf wen es sich noch verlassen kann, wird immer unsicherer. Schon in der Vergangenheit hatte es Anzeichen gegeben, dass die Revolutionswächter gegenüber der Grünen Bewegung gespalten sein könnten.

Aus ihren Reihen heraus haben hochrangige Offiziere sich in einem Brief, dessen Echtheit allerdings noch nicht bewiesen ist, an den Führer der Pasdaran, Mohammed Ali Jafari, gewandt, um ihm deutlich zu machen, dass sie nicht das Feuer auf Demonstranten  eröffnen werden. Auch soll auf die Bassij eingewirkt werden, ihre Schlagstäcke zuhause zu lassen.

Die Bassij freilich dürften dem Regime noch stärker ergeben sein als die Revolutionsgarden. Ein Augenzeuge berichtet von den jüngsten Unruhen: “In the middle of Enghelab Square, seven or eight Basiji members were praying. The woman said: “They kill people’s children, then they pray.” Das Blog “Persian Letters” auf Radio Free Eruope/ Radio Liberty hat die Worte eines Bassij übersetzt, die einen Einblick in die Gedankenwelt dieser Prügeltruppe geben1:

They distributed the little equipment we had. There weren’t enough [helmets], some didn’t get a baton, but there were many additional shields. I put on my hat and took the baton in my right hand. I said to myself [shame on whoever] is hit by my baton.

Die Grüne Bewegung aber zeigt erstaunlichen Mut. Der alte Slogan “marg bar diktator” (Tod dem Diktator) ist jetzt einer Forderung gewichen, die kein Hehl mehr daraus macht, wer der Diktator ist: “Marg bar Khamenei”. Am Sonntag ist der 1. Esfand, dann wird es wohl wieder heiss hergehen.

  1. Die persische Originalquelle ist nicht auffindbar, der angegebene Link funktioniert nicht. ↩︎
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