In den sozialen Medien wimmelt es von Putins Trollen, die versuchen, Verwirrung zu stiften. Benutzer, die kaum Follower haben und erst kürzlich ihr Konto eingerichtet haben, verlinken auf Videos oder Webseiten, die die russische Seite darzustellen beanspruchen und dem Westen vorwerfen, Russland grundsätzlich misszuverstehen und selbst mit zweierlei Mass zu messen.
Schlagwort: Medien
Putins Krieg in Europa
Viele sind es ja nicht mehr, die hierzulande noch Verständnis für Putin haben oder zumindest teilweise seiner Argumentation etwas abgewinnen können. Auf Twitter gibt es ein paar Trolle, die behaupten, vermeintlichen westlichen Falschbehauptungen Fakten entgegenzusetzen und schaut man sich unter den etablierten Medien in Deutschland um, muss sehr weit nach links oder nach rechts gehen, um fündig zu werden. Dann landet man bei der linken “Jungen Welt”, der ebenfalls linken “Konkret” oder der neurechten “Sezession”.
Die kommende Militanz
Der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama hat darauf hingewiesen, dass nahezu das gesamte Europa einschliesslich England bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts autoritär, hierarchisch und ungleich war. Dass dieser Zustand bald wiederkehren könnte, dafür sorgen nicht nur die rechtsextremen Wahntheoretiker, Impfgegner, Antiliberalen, Esoteriker, sogenannten Querdenker und Reichsbürger, sondern auch mehr und mehr die Vertreter sozial-ökologischer Weltanschauungen.
Scharia auf Planet Faktencheck
Kürzlich zitierte die AfD aus einer Umfrage des renommierten amerikanischen Meinungsforschungsinstituts “Pew”, wonach neunundneunzig Prozent der Afghanen die Scharia als offizielle Gesetzgebung ihres Landes befürworten. Die AfD mag eine rechtsradikale Partei sein, der man nicht so leicht Glauben schenkt, aber das Zitat ist korrekt. Kritisieren kann man, dass die Umfrage schon acht Jahre alt ist und man nicht weiss, ob heute, nach der neuerlichen Machtübernahme der Taliban, der Anteil der Schariabefürworter immer noch dermassen hoch ist.
Bullerbü
Ein neuer Topos erobert den politischen Diskurs: Bullerbü. Denn Berlin brauche mehr Bullerbü, findet die “Grünen”-Politikerin Bettina Jarasch. Wer von Bullerbü spricht, evoziert die Kinderbücher der schwedischen Autorin Astrid Lindgren und damit die Idylle einer postindustriellen Welt mit Baumhäusern und Erdbeeren, mit Wiesen und Pferden und Blumen.
Trittbrettfahrer des Identitarismus
Der Antirassismus-Aktivist Max Czollek hat einige Schlagzeilen in Nischenmedien produziert, weil ihm ein deutsch-jüdischer Schriftsteller das Judesein abgesprochen hat, woraufhin sich einige Publizisten mit Czollek solidarisch erklärten und sein Recht verteidigten, als Jude anerkannt zu werden.
Die Öffentlich-Rechtlichen nehmen für sich in Anspruch, unabdingbar im Kampf gegen Desinformation und Fake News zu sein, und das sind sie auch, soweit es Desinformation und Fake News von rechts betrifft. Sie sind hingegen eine offene Flanke, wenn der gleiche Irrsinn aus entgegengesetzter Richtung kommt.
Nivellierter Hass
Es ist herrlich absurd, wie sich die “Süddeutsche” bemüht, jegliche Kritik am jüngsten Vortrag der Publizistin Carolin Emcke abzuwehren. Emcke, die zu denen gehört, die die Gefahr für die freiheitliche Grundordnung irgendwie immer nur von rechts kommen sehen, warnte kürzlich in einem Vortrag:
Im Internet kann man bombastische Webpräsenzen von Leuten finden, die Islamwissenschaften oder Orientalistik studiert, aber noch keinen einzigen Fachaufsatz, keine einzige Rezension und kein einziges Buch, geschweige denn eine Doktorarbeit publiziert haben, sich aber erfolgreich als Referenten für den Nahen Osten anbieten, um ihr Halbwissen unter die Leute zu bringen.
Die Menschen sind entweder Hardliner oder Reformisten, denn die Islamische Repiublik geniesse eine “gewisse Legitimität in der Bevölkerung”, glaubt eine “Spiegel”-Korrespondentin, die mit ein paar Leuten in Teheran auf der Strasse geplaudert und sich den Rest fröhlich zusammengereimt hat.
