Viele zu lange wurde eine deutsche Öffentlichkeit in die Irre geführt und ihr glauben gemacht, die islamische Revolution sei vom Volk getragen, obwohl man nur einmal in die iranische Community hätte hineinhorchen müssen, um die Wahrheit zu erfahren. Immerhin, dass das iranische Regime unter der eigenen Bevölkerung verhasst ist, weiss jetzt auch die ARD:
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Nachdem die Verschwörungstheorien über die abgesetzte “Anne Will”-Sendung ins Kraut geschossen waren, hat das deutsche Fernsehen mit “Hart aber fair” nun doch noch seine Diskussionsrunde zum Krieg in Gaza bekommen. Und nicht nur das: Drei der fünf Diskutanten bezogen eine drastisch israelkritische Position. Was nun, Herr Massarrat?
Ob das, was unter dem Etikett Israel-Kritik firmiert, antisemitisch ist, sei einmal dahingestellt. Auffällig ist aber, wie wenig sich die Generalkritiker Israels von Fakten beirren lassen oder auch nur bereit sind, in irgendeiner Weise auf sie einzugehen. Denn 2005 ist etwas eingetreten, was viele schon nicht mehr für möglich gehalten haben.
Ein Schurkenstaat, der keiner sein darf
Dem Westen gilt der Iran als “Schurkenstaat” – doch die Iraner sehen sich als Erben eines toleranten historischen Großreichs” meint die Redaktion der deutschen Ausgabe des “National Geographic” und will offenbar suggerieren: Der Iran kann kein Schurkenstaat sein.
Noch eine Karikatur, noch ein Tabubruch
Ein Novum in der Islamischen Republik: Die iranische Zeitung Etemad hat es gewagt, eine Karikatur des Präsidenten Ahmadi-Nejad zu veröffentlichen. Auch wenn die Darstellung an Harmlosigkeit nicht zu überbieten ist, so war dieses Ereignis der in London erscheinenden “Kayhan“, dem wichtigsten persischsprachigen Organ der iranischen Opposition im Ausland, eine Meldung auf der Titelseite wert.
Israel zieht sich aus dem Gazastreifen zurück und eigentlich, möchte man meinen, müssten jetzt alle zufrieden sein: Die Israelis, weil sie dem Lauf der Demographie ein Schnippchen schlagen; die Palästinenser, weil ihr eigener Staat nun endlich so greifbar scheint wie nie zuvor; Hamas und Islamischer Dschihad, weil sie den Abzug Israels als Sieg verkaufen können; und die linken Dauernörgler in Europa, weil ihnen die Besatzung schon lange als wahre Ursache aller Missstände in der arabisch-islamischen Welt galt.
