Von Ulrich Sahm
Eine Auseinandersetzung des New Yorker Autors Tuvia Tenenbom mit “Süddeutscher Zeitung” und dem Rowohlt Verlag zeigt: Selbst die liberale deutsche Öffentlichkeit ist nicht davor gefeit, in vorbelastete Sprachmuster zurückzufallen.“
Von Ulrich Sahm
Eine Auseinandersetzung des New Yorker Autors Tuvia Tenenbom mit “Süddeutscher Zeitung” und dem Rowohlt Verlag zeigt: Selbst die liberale deutsche Öffentlichkeit ist nicht davor gefeit, in vorbelastete Sprachmuster zurückzufallen.“
Wer sind die «neuen Deutschen»?
Auch Müll ist manchmal noch zu etwas gut. Der rassistische und xenophobe Müll nämlich, den an Sauerstoffmangel leidende Bildschirmjunkies zuweilen in den Kommentarbereichen der Webpräsenzen von Presse und Rundfunk hinterlassen, taugt allemal dafür, den Flammen der Empörung über allzu forsche Islamkritik Nahrung zu geben:
Viele zu lange wurde eine deutsche Öffentlichkeit in die Irre geführt und ihr glauben gemacht, die islamische Revolution sei vom Volk getragen, obwohl man nur einmal in die iranische Community hätte hineinhorchen müssen, um die Wahrheit zu erfahren. Immerhin, dass das iranische Regime unter der eigenen Bevölkerung verhasst ist, weiss jetzt auch die ARD:
Nachdem die Verschwörungstheorien über die abgesetzte “Anne Will”-Sendung ins Kraut geschossen waren, hat das deutsche Fernsehen mit “Hart aber fair” nun doch noch seine Diskussionsrunde zum Krieg in Gaza bekommen. Und nicht nur das: Drei der fünf Diskutanten bezogen eine drastisch israelkritische Position. Was nun, Herr Massarrat?
Ob das, was unter dem Etikett Israel-Kritik firmiert, antisemitisch ist, sei einmal dahingestellt. Auffällig ist aber, wie wenig sich die Generalkritiker Israels von Fakten beirren lassen oder auch nur bereit sind, in irgendeiner Weise auf sie einzugehen. Denn 2005 ist etwas eingetreten, was viele schon nicht mehr für möglich gehalten haben.
Dem Westen gilt der Iran als “Schurkenstaat” – doch die Iraner sehen sich als Erben eines toleranten historischen Großreichs” meint die Redaktion der deutschen Ausgabe des “National Geographic” und will offenbar suggerieren: Der Iran kann kein Schurkenstaat sein.
Israel zieht sich aus dem Gazastreifen zurück und eigentlich, möchte man meinen, müssten jetzt alle zufrieden sein: Die Israelis, weil sie dem Lauf der Demographie ein Schnippchen schlagen; die Palästinenser, weil ihr eigener Staat nun endlich so greifbar scheint wie nie zuvor; Hamas und Islamischer Dschihad, weil sie den Abzug Israels als Sieg verkaufen können; und die linken Dauernörgler in Europa, weil ihnen die Besatzung schon lange als wahre Ursache aller Missstände in der arabisch-islamischen Welt galt.