Der Journalist Kazimierz Sakowicz notierte als Augenzeuge des Massenmordes an den litauischen Juden in Ponary bei Wilna im August 1941: „Für die Deutschen bedeuten 300 Juden 300 Feinde der Menschheit, für die Litauer sind es 300 Paar Schuhe, 300 Hosen usw.‟ Die Vernichtung der europäischen Juden als “Feinde der Menschheit” wurde zu einem einzigartigen Verbrechen, weltweit unter dem Begriff “Holocaust” bekannt.
Schlagwort: Ethik
Der Bundestag hat den “Holodomor”, die von Stalin zu verantwortende Hungersnot, der zwischen 1932 und ’33 Millionen Ukrainer zum Opfer fielen, als Genozid anerkannt. In Israel dagegen ist ein Versuch, den 6. Dezember zur Erinnerung an den Holodomor zu widmen, vor einigen Jahren gescheitert. Die Gründe dafür sollte man auch hierzulande zur Kenntnis nehmen.
Wenn der Muezzin ruft
Von Thomas Hobbes kann man lernen, dass Frieden eine Kulturleistung des Menschen ist, kein Naturzustand, den es nur wiederherzustellen gelte. Aus diesem Anti-Utopismus heraus gelangte Hobbes zu einem Plädoyer für den Gebrauch der Vernunft als Grundlage einer Staatlichkeit, die zwischen Tat und Gesinnung unterscheidet.
Nach der Kapitulation
Jahre ist es her, da habe ich mich einmal mit einer Pazifistin unterhalten. Es ging um den Irakkrieg und sie beharrte darauf, dass Gewalt keine Lösung sei, dass Waffen amoralisch seien, dass es im Krieg weder Gut noch Böse gebe. Als ich ihr sagte, dass ihr Pazifismus allzu wohlfeil sei und sie fragte, ob sie auch dann noch Pazifistin sei, wenn sie beim Giftgasangriff von Halabdja mit dabei gewesen wäre.
Nivellierter Hass
Es ist herrlich absurd, wie sich die “Süddeutsche” bemüht, jegliche Kritik am jüngsten Vortrag der Publizistin Carolin Emcke abzuwehren. Emcke, die zu denen gehört, die die Gefahr für die freiheitliche Grundordnung irgendwie immer nur von rechts kommen sehen, warnte kürzlich in einem Vortrag:
Ein Riss geht durch die offene Gesellschaft
Die Attacken auf die offene Gesellschaft nehmen zu. Wie die “Berliner Zeitung” berichtet, fordert ein Beitrag in “InternAA”, dem internen Mitarbeitermagazin des Auswärtigen Amtes, einen von oben forcierten Zuwachs an ethnischer Diversität.
Werden die Medien dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden genauso auf die Finger schauen, wie es sie bei Trump getan haben?
Donald Trump hat die amerikanische Präsidentschaftswahl verloren. Das ist insofern gut, als Trump kein Freund supranationaler Organisationen war und die bestehende internationale Ordnung beschädigte. Sein Nachfolger, der künftige 46. amerikanische Präsident, Joe Biden, wird das ändern. Aber Trump hatte auch seine Verdienste.
Attitüde in schwarz-weiss
Ich gestehe, eine gewisse Sympathie für den derzeitigen Bildersturm zu haben, dem ehemalige Sklavenhändler zum Opfer fallen. Solche Menschen verdienen in der Regel kein Andenken, wobei es Ausnahmen geben mag und manches Verhalten vor dem Hintergrund damaliger Normen gewertet werden muss. Aber grundsätzlich gehören Sklavenhändler und Tyrannen auf den Schrotthaufen der Geschichte geworfen und gewiss nicht in Marmor verewigt.
Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft. Aber die Deutschen in ihrer Gesamtheit waren keine Opfer. Opfer waren sie bloss im Einzelfalle, nämlich dort, wo sie individuell den Nationalsozialisten Widerstand geleistet haben. „Das Hakenkreuz ist in die deutsche Masse (…) hineingeprägt worden (…) wie in einen formlos-nachgiebigen, breiigen Teig“ erinnert sich der Historiker Sebastian Haffner. Die meisten haben mitgemacht oder weggesehen.
Was darf Satire?
Was darf Satire? Alles, folgt man Tucholsky. Fast alles, folgt man dem Grundgesetz. Wen aber sollte Satire aufs Korn nehmen? Argumentiert man mit dem Goethe-Institut, dann «darf und soll» Satire «die Mächtigen kritisieren und durch den Kakao ziehen, nicht den Einzelnen und nicht den Schwachen.»
