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Geopolitik

Lektion aus Tiflis

Der amerikanische Journalist Michael J. Totten hat vor längerem Beobachtungen in der Ukraine gemacht, die sich im Rückblick als erhellend für die Gegenwart herausstellen. “Where the West Ends” lautet der Titel von Tottens 2012 erschienenem Buch, das von den Ereignissen auf der Krim noch nichts wissen konnte. Totten berichtet darin von seiner Begegnung mit dem ungarischen Politiker Mátyás Eörsi in der georgischen Hauptstadt Tiflis.

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Judentum

Eine blosse Ritualgemeinschaft?

Shlomo Sand, ein israelischer Historiker, der durch die These bekannt wurde, dass es ein jüdisches Volk nicht gebe, legt in der NZZ nach: Das Judentum sei kein Volk, sondern nichts weiter als eine Religionsgemeinschaft, deren Mitglieder in der Geschichte nur durch gemeinsame Riten miteinander verbunden waren. Erst der Staat Israel habe so etwas wie ein Volk geschaffen, jedoch kein jüdisches, sondern ein israelisches.

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Geschichte

Erinnerungen an die Habsburgermonarchie

In der NZZ widmet sich der Historiker Timothy Snyder der Frage, was ein Reich wie die Habsburgermonarchie, die sechshundert Jahre Bestand haben konnte, zu Fall gebracht hat und welche Lehre ihr Ende für die heutige EU parat hält. Snyder bezweifelt, dass es innere Schwächen waren, die zum Zerfall des Staatsgebildes geführt haben, obwohl, wie er einräumt, im 19. Jahrhundert “der Nationalismus buchstäblich im ganzen Reich um sich griff”.

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Iran

Reza Schah – Neubewertung eines Monarchen

Der iranische Exilsender “Manoto” hat einen Film über Reza Shah (1878-1944) produziert, der extrem sehenswert ist, weil er auf z.T. neuentdecktem Archivmaterial beruht. Das Ergebnis ist so beeindruckend, dass “Manoto” aufgrund der überwältigenden Resonanz den Film gestern zum vierten Mal in Folge gesendet hat. Unnötig zu erwähnen, dass der Sender, obwohl im Iran verboten, gerade dort die meisten Zuschauer hat.

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Geisteswissenschaften

Des Eiferers Biograph

Wahrscheinlich haben Sie es schon gesehen: Im Internet kursiert gerade ein Video, das den amerikanischen Publizisten Reza Aslan im Interview mit dem Fernsehsender Fox zeigt. Weil die Moderatorin offensichtlich mit der Tatsache überfordert ist, dass ein muslimischer Autor ausgerechnet ein Buch über Jesus schreibt, obgleich dieser im Islam als Prophet gilt, gerät das Interview im letzten Dritten zu einem Desaster.

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Geisteswissenschaften

Nachgefragte Arabisten

Was hier Robert D. Kaplan, Chief Geopolitical Analyst des Thinktanks Stratfor schreibt, ist einerseits ein alter Hut, andererseits streift es einen wenig beleuchteten Aspekt der historischen Geisteswissenschaften, nämlich die Bedeutung der Entwicklungen des neunzehnten Jahrhunderts für die Gegenwart:

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Naher Osten

Wie ersponnen, so zerronnen

Der israelische Historiker Shlomo Sand hat sich zum Ziel gesetzt, die historischen Voraussetzungen des Zionismus gründlich zu zertrümmern – so gründlich, dass er selbst das jüdische Volk als eine Erfindung zu entlarven versucht, um damit dessen Anspruch auf Palästina zu delegitimieren. Nun bewirbt die Presseabteilung des Berliner Ullstein-Verlages Sands neues Buch wie folgt:

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Ideengeschichte

Der Weitblick des Philosophen

Dass Hannah Arendts bekanntes Diktum von der Banalität des Bösen fraglich sein könnte, zumindest in Hinblick auf den Organisator der Judenvernichtung im Reichssicherheitshauptamt, Adolf Eichmann, hatte vor einiger Zeit die Publizistin Bettina Stangneth nahegelegt, die dem von Eichmann selbstgeschaffenen, marmornen Mythos, nur ein Rädchen im Getriebe des Holocaust gewesen zu sein, zum Bröckeln brachte.

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Griechenland

Eroteseis, apantiseis

Griechische Fragen stellt Hannes Stein auf der “Achse des Guten”. Ein paar Gedanken von mir im folgenden; zunächst zu der Frage: «War es richtig oder falsch, dass das demokratische Großbritannien sich 1940 mit Ioannis Metaxas gegen Mussolini und Hitler verbündete?»

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Naher Osten

Ging die Gründung des Staates Israel auf Kosten der Palästinenser?

Ist Israel ein normaler Staat? Oder vielleicht eher ein Anachronismus? Eine Diskussion dieser Fragen scheint selbst anachronistisch und wenig erkenntnisversprechend. Aber solange Israel und die Juden für viele Zeitgenossen eine regelrechte Obsession sind, werden diese Fragen immer und immer wieder aufgeworfen und verlangen nach Antwort.

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