Bei der Simchat Tora, dem jüdischen Fest der Torafreude, wird die Torarolle tanzend davongetragen. In Israel feierte man Simchat Tora, als die Hamas am frühen Morgen Israel mit tausenden von Raketen angriff und das Land mit Terroristen flutete. Jetzt sind die letzten Geiseln freigekommen, aber einen Frieden wird es nicht geben, solange die Hamas an der Macht bleibt.
Schlagwort: Judentum
Die Zukunft Syriens
Syriens neuer Machthaber Ahmed al-Sharaa entstammt bekanntlich einer islamistischen, terroristischen Organisation, die al-Qaida nahestand, weswegen sein politischer Kurs, der auf Ausgleich und Stabilität zielt, von vielen innerhalb und ausserhalb des Landes mit Argwohn beäugt wird. Ist vielleicht alles nur Taktik?
Von Gilgamesch bis Carl Schmitt: Der Judaist Peter Schäfer beleuchtet das abendländisch-jüdische Verhältnis anhand der Schöpfungsgeschichte.
Die Vertreibung aus dem Paradies, wie die Bibel sie erzählt, hat Kunst und Literatur bis in die Gegenwart hinein inspiriert, ist aber in ihrer vorherrschenden Deutung vom Sündenfall eine rein abendländisch-christliche, die der jüdisch-rabbinischen Intention vollkommen zuwiderläuft und als solche bis in das politische Denken der Gegenwart hinein nachwirkt, wie der Judaist Peter Schäfer in seinem neuen Buch „Die Schlange war klug“ zeigt.
Weihnachten: Was darunter liegt
Während der Spätantike war es der persische Kult um Mithras, der in direkter Konkurrenz zum jungen Christentum stand und wie dieses den Gläubigen ewiges Leben verhiess. Das Weihnachtsfest könnte hier seine vorchristlichen Wurzeln haben. Denn der 25. Dezember wurde mit der Sonne identifiziert und Mithras Geburt gefeiert, dem Zeitpunkt der Wintersonnenwende, mit dem die Tage wieder länger werden.
Fest der Freiheit
Das jüdische Pessach-Fest wird auch „Fest der Freiheit“ (chag he-cherut) genannt und das ist keine blosse Abstraktion aus der geschichtlichen Erzählung heraus, der Sklaverei in Ägypten entkommen zu sein: Es ist vielmehr eine konkret erlebbare Erfahrung, die das Ritual festhält und zu dem neben dem Weingenuss noch etwas anderes gehört.
Nach dem schrecklichen Anschlag auf die Synagoge in Halle, bei dem nicht viel gefehlt hätte und über die beiden Todesopfer hinaus noch weitaus mehr Menschen umgebracht worden wären, geht wieder die Debatte um die tieferen Ursachen des Anschlags los, wie wir sie auch schon im Gefolge des sog. NSU hatten und in jüngerer Zeit nach dem Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke.
Der “Israel-Arab Reader” von Laqueur und Rubin hat über sechshundert Seiten Umfang. Man muss ihn nicht gelesen haben, um den Nahostkonflikt zu begreifen, aber wer meint, sich unbedingt zu diesem Thema äussern zu müssen, sollte es sich nicht zu leicht machen und vielleicht doch etwas tiefer in die Materie eintauchen. Schaut man sich jedoch um, was aktuell die Israel-Kritiker-Szene so umtreibt, stellt man fest, dass selbst die Grundlagen, das Einmaleins des Konflikts unverstanden geblieben sind.
Das jüdisch-christliche Abendland ist ein Topos, zu dem Rechtskonservative gerne Zuflucht nehmen, wenn es darum geht, dem Islam seine Zugehörigkeit zu Europa abzusprechen, was dann aus dem linken Teil des politischen Spektrums gerne mit dem Argument gekontert wird, dass das christlich-jüdische Abendland erstens eine Fiktion und zweitens eine Frechheit sei, wo doch der christliche Teil des Abendlands eine lange Geschichte der Verfolgung am jüdischen Teil vorzuweisen habe. Meist sind dann auch noch aus der politischen Mitte heraus Wortmeldungen zu vernehmen, wonach das Abendland nicht nur Christentum und Judentum, sondern ebenso sehr dem Islam seine Existenz verdanke.
Wie ein Theologe Jerusalem missversteht
Eine Replik auf „Zwei Staaten, eine Stadt – und keine Lösung‟ von Simone Paganini, Aachener Zeitung vom 29.12.17 [Link]
Jerusalem ist seit dreitausend Jahren zentraler Sehnsuchtsort des Judentums und in diesem, nicht etwa im administrativen, Sinne seit jeher Hauptstadt Israels. Mag sein, dass die israelische Antikenverwaltung zuweilen etwas optimistisch ist, was die Eiordnung archäologischer Funde angeht, doch ändert dies an der Bedeutung Jerusalems für das Judentum gar nichts.
Eine verschmitzte Endnote
Jan Assmann, Heidelberger Ägyptologe und in der zweiten Phase seines publizistischen Schaffens Kulturwissenschaftler, ist u.a. für seine These von der (wie er sie nennt) „Mosaischen Unterscheidung“ bekanntgeworden, die freilich viel Kritik auf sich gezogen hat und über die ich in meinem Buch Zwischen Religion und Politik (S. 60) schrieb: … derzufolge die „Mosaische Unterscheidung‟ zwischen Read More
