Wie soll sich Deutschland gegenüber der israelischen Regierung positionieren? Natürlich ist Politik immer von Kompromissen geprägt und ist es auch nicht leicht, im Krieg der Narrative Fakt von Fiktion zu unterscheiden, wenn es um Entscheidungen geht, die die Situation im Gazastreifen betreffen. Aber eine grundsätzliche Linie lässt sich skizzieren.
Schlagwort: Naher Osten
Egal, was Israel macht
Sicher, es gibt gute Gründe, warum die israelische Armee sich schon vor langem aus dem Gazastreifen hätte zurückziehen sollen, denn Israel hat hier nichts mehr zu gewinnen. Stattdessen verrennt sich die Rigierung in ein Unterfangen, das immer mehr palästinensischen Zivilisten und israelischen Soldaten das Leben kostet. Aber es gibt auch einen guten Grund für die Armee zu bleiben.
Wer hat die Opfer gefragt?
Man möchte lachen, wenn das Ganze nicht so bitterernst wäre: Die Veranstalter des Toronto Film Festivals verweigern einem israelischen Beitrag die Teilnahme, weil es Aufnahmen des Massakers vom 7. Oktober zeigt. Denn die Aufnahmen verstümmelter, verbrannter und geschändeter Leichen zu zeigen, sei ohne Einverständnis des Urhebers nicht möglich. Der Urheber dieser Aufnahmen ist die Hamas.
In den universitären Islamwissenschaften hadert man scchon lange mit Israel, dementsprechend gross ist die Voreinge-nommenheit gegen den jüdischen Staat. Ein Vortrag des Arabisten und Islamwissenschaftlers Alexander Flores beinhaltet all die Einseitigkeiten, Irreführungen und Verzerrungen, die typisch sind für ein Fach, das sich weigert, eine kritische Distanz zum eigenen Forschungsgegenstand einzunehmen.
Was bringt ein Regimewechsel?
Viele wollen es nicht glauben: Dass ein Iran nach dem Ende der Mullahherrschaft stabiler und friedfertiger sein könnte. Der ernüchternde Zustand des Nachbarlandes Irak nach dem Sturz von dessen langjährigen Diktator Saddam Hussein oder der Blick auf Afghanistan, das heute unter der Herrschaft der Taliban steht, scheinen den Gegnern eines Regimewechsels recht zu geben.
Angesichts des israelischen Angriffs auf die militärischen Kapazitäten Irans wimmelt es von juristischen Stellungnahmen zur Frage der völkerrechtlichen Legitimation. Deren Tenor lautet durchweg: Nicht das Verhalten Irans, sondern dasjenige Israels verstosse gegen das Recht. Wie kann das sein?
Das Schweigen des Postkolonialisten
Vor Jahren hat der indische Schriftsteller Pankaj Mishra mit seinem Machwerk «Aus den Ruinen des Empires» bewiesen, dass man für einen skrupellosen im Umgang mit historischen Fakten den Beifall des deutschen Feuilletons finden kann. Doch wenn Scharlatane nicht gestoppt werden, machen sie weiter.
Medien berichten von einer Hungersnot im Gazastreifen und merken nicht, wie sie in die Irre geführt werden.
Die Toten von Gaza
Bilder aus dem Gazastreifen zeigen ein enormes Ausmass an Zerstörung; das örtliche Gesundheitsministerium beziffert die Anzahl der Toten auf etwa fünfzigtausend. Dem Gesundheitsministerium wird vorgeworfen, von der Hamas unterwandert zu sein. Wie glaubhaft also sind die übermittelten Zahlen?
Kein Soldat ohne Uniform
Kosmopolitischer Humanismus lautet das Schlagwort, unter dem der amerikanische Philosoph Omri Boehm Israel und die Hamas zu Äquivalenten im Kampf erklärt, den Schutz der Zivilbevölkerung vor allem der israelischen Seite aufbürdet und die Asymmetrie eines Krieges der Bilder ausblendet, in dem die Terroristen nur gewinnen können.
