Das Ressentiment, also der intuitive Vorbehalt oder Groll gegen Personen oder Personengruppen, mithin das Unbehagen und die Distanzname, die im Begriff mitschwingen, ist von der Bildfläche verschwunden. Heutzutage ist alles Rassismus und dieser kann neuerdings auch ein unbewusster sein, wodurch sich ein weites Betätigungsfeld für Ideologen, Weltverbesserer und Denktherapeuten eröffnet, die angetreten sind, diesen Umstand zu lindern und zugleich zu kultivieren, denn ein Rassismus, der nicht nur ein unbewusster, sondern auch ein struktureller zu sein hat. kann immer nur noch schlimmer werden.
Schlagwort: Politische Philosophie
Im Zeitalter der Globalisierung wird der Nationalstaat langsam überflüsig, glauben manche, die auch gleich die liberale Demokratie und die freie Marktwirtschaft über Bord werfen möchten, um dann etwas zu errichten, was irgendwo zwischen Anarchismus und Weltregierung angesiedelt ist, wobei noch nicht klar ist, ob auch der Rest der Welt mitmachen möchte und, falls nicht, ob man ihn dann zwingen muss oder noch ein wenig abwartet. Der Glaube jedenfalls, dass, wer den Nationalstaat verteidigt, am Ende beim Faschismus landet, ist so populär wie unsinnig.
Liberal ist nicht gleich liberal
Kerngedanke des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums. Diese Freiheit redet nicht einer Atomisierung der Gesellschaft das Wort, im Gegenteil: Indem wir unsere eigenen Interessen verfolgen, tragen wir zum allgemeinen Wohl bei. Das geht nur über die Zusammenarbeit. Der Philosoph Remi Brague hat darauf hingewiesen, dass sich diese Idee schon bei Spinoza und Bernard Mandeville findet. Aber wir leben in verwirrten Zeiten.
Wie radikal ist der “Flügel”?
Die Berufung auf Preussen nicht per se anstössig und ebensowenig, wenn Hans-Thomas Tillschneider, einer der wichtigsten Vertreter des «Flügels», diesen als «die Preussen in der AfD» definiert. Jetzt aber hat der Verfassungsschutz den «Flügel» zum Beobachtungsfall gemacht und damit als rechtsextreme Bewegung stigmatisiert. Zu recht?
Bürgerlich, antibürgerlich
Einen “Stil voller Eleganz, voll glühendem Witz” bescheinigt ihm die “Zeit”, die “Jüdische Allgemeine” nennt ihn den “vielleicht grössten Journalisten des Landes” und die “Süddeutsche” rühmt ihn als einen “gnadenlosen Polemiker und unermüdlichen Kolumnisten”. Wenn von Herrmann L. Gremliza die Rede ist, fällt das Urteil meist wohlwollend bis begeistert aus, was zeigt, wie sehr Gremliza zuletzt im Mainstream angekommen war.
Wer Sozialismus sagt, meint Diktatur. Auch, wenn er sich dessen nicht bewusst ist und glauben mag, im Sozialismus irgendeine From von «wahrer Freiheit» zu finden, die es im Kapitalismus nicht geben können soll. Man kann daher diesem ubiquitären Gesäusel von einem Sozialismus, der unsere Zukunft sein soll, gar nicht entschieden genug entgegentreten.
Die Hybris der Sozialisten
Und ewig lockt der Sozialismus: Je erfolgreicher der Kapitalismus ist, für desto selbstverständlicher werden seine Früchte gehalten, desto stärker werden die gesellschaftlichen Probleme, die es gibt, überzeichnet, und desto wilder wachsen die Phantasien von einer besseren Welt.
Ausstieg aus Platons Höhle
Es gibt Aussteiger, die die Zivilisation hinter sich lassen, und andere, die einer Sekte oder radikalen Gruppe den Rücken kehren. Harald Seubert ist ein intellektueller Aussteiger. Der studierte Philosoph, der regelmässig für die neurechte „Junge Freiheit‟ schrieb und Leiter des Studienzentrums Weikersheim war, des wohl bedeutendsten Think Tanks der Neuen Rechten, galt in seinen Kreisen lange ein Vorzeigeintellektueller.
Es ist leicht, gegen PEGIDA, besorgte Bürger, AfD-Gestalten wie Höcke und andere zu sein. Sie sind allesamt mehr oder minder vulgär, dumpf, proletenhaft und vor allem: autoritär. Auf eine verschwitzte Art und Weise huldigen sie dem starken Staat, der Menschen nicht einfach nur vor Kriminalität beschützt, sondern vor den Zumutungen der Globalisierung überhaupt und damit einer vermeintlich gleichmacherischen Moderne, die in einem Völkersterben ende.
Finis Germania in Tränen
Es gibt Bücher, da fragt man sich, womit sie diese Aufmerksamkeit verdient haben. Das Buch von Rolf Peter Sieferle, aus dem Nachlass erschienen, ist so ein Fall und der Antisemitismus-Vorwurf, der von verschiedener Seite erhoben wurde, verdeckt die Tatsache, dass es sich auch sonst um ein intellektuell äusserst dürftiges Traktat handelt, das um das Erbe der deutschen Geschichte besorgt ist.
