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Antisemitismus

Judenhass in Europa

Der erste Eindruck war nicht der beste. Elsässer, Jebsen, Hadsch Amin al-Husseini, das kennen wir doch alles schon. Aber dann wurde der Film richtig gut, als er die BDS-Bewegung ins Visier nahm. Diese ist verlogen und heuchlerisch und wird von Menschen getragen, denen jegliche intellektuelle Redlichkeit in Bezug auf die eigene Geschichte oder die Realitäten des Nahen Osten zutiefst fremd ist. Daher nützt die BDS-Kampagne auch den Palästinensern nicht, wie der Film dankenswerterweise gezeigt hat.

Bei dem Film handelt es sich eine Dokumentation, die der Fernsehsender Arte in Auftrag gegeben, aber nicht ausgestrahlt hat, der aber nunmehr seinen Weg ins Internet gefunden hat. Die Macher des Films haben sogar Behauptungen der BDS-Anhänger gegengecheckt und sind ins vermeintliche Lager Gaza gefahren, wo ihnen Palästinenser, sobald die Kamera ausgeschaltet wurde, deutlich gemacht haben, dass der Westen gut daran täte, dem Hamas-Regime alle Finanzhilfen zu streichen, damit es endlich zusammenbricht.

Darum ist BDS nichts anderes als Hamas-Propaganda und deren Anhänger scheinen das auch genau zu wissen. Nicht zuletzt der von einem Teil der Muslime ausgehende Antisemitismus hat mörderische Aktionen gezeitigt, woran der Film ebenfalls erinnert hat: Das Attentat von Toulouse durch Mohammad Merah, der Anschlag auf das jüdische Museum in Brüssel, der Überfall auf einen jüdischen Supermarkt in Paris oder die Entführung und Peinigung Ilhan Halimis über einen Zeitraum von drei Wochen, bis man ihn bestialisch hinrichtete, sind nur einige schreckliche Beispiele der jüngeren Zeit.

Heute fühlen sich junge Juden in Frankreich nicht mehr sicher. Sie müssen ihre Identität verbergen und gewisse Viertel meiden. Rapper haben in Europa eine Subkultur hervorgebracht, die aus ihrem Hass auf Juden kein Hehl mehr macht. Linke, Libertäre und Rechte finden, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ eine Fälschung sein mögen, aber den Charakter der Juden doch irgendwie gut treffen.

Das alles kann Europa nicht gleichgültig sein, weswegen der Arte-Film sehenswert, wichtig notwendig ist. Dass Arte ihn nicht ausstrahlen wollte, hat kaum nachvollziehbare Gründe: Die Recherche in Gaza, Israel und der Westbank diente, wie gesagt, dem Faktencheck von Behauptungen der BDS-Bewegung. Die Journalisten haben hier handwerklich sauber gearbeitet.

Wenn die Verantwortlichen des Senders meinen, der Film müsse sich stärker auf Europa konzentrieren, warten wir gerne auf die nächste Arte-Dokumentation, die sich dem unter dem Deckmantel der Israelkritik versteckten Antisemitismus in Grossbritannien, Ungarn, Skandinavien, dem Baltikum oder Südeuropa widmet. Bis dahin wünschen wir dem Film, dass er breiteste Aufmerksamkeit erfährt.

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