Ein Wiener Islamwissenschaftler stört sich an einem Begriff.
Eigentlich ist «politischer Islam» ein Ausdruck von Nettigkeit: Wer ihn gebraucht, um damit ein Islamverständnis zu bezeichnen, das von Dominanzstreben und Unduldsamkeit geprägt ist, will jenes zugleich abgrenzen von einem allgemeinen Verständnis dieser Religion, das so ganz anders sein soll. Dem Wiener Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker geht das nicht weit genug oder vielmehr: zu weit, denn einerseits ist er davon überzeugt, dass es «den» Islam nicht gibt (wie heisst «Islam» doch gleich auf Arabisch?), andererseits stört er sich am Begriff eines «politischen Islam», weil dieser für ihn rechtspopulistisch klingt und Vorbote von Ausgrenzung oder gar Verbot «des» Islam sein soll, ohne selbst einen Gedanken darauf zu verschwenden, dass man weder verbieten kann, was nicht existiert, noch sinnvoll darüber reden.
