In Europa sind die Parteien der politischen Ränder im Aufwind, die Mitte gerät zunehmend unter Druck, während in verschiedenen Grossstädten des Kontinents legitime, von sozialen Anliegen getragene Proteste Zulauf von Chaoten erhalten und teilweise in erhebliche Gewalt münden.
Dazu passt ein Zitat des spanischen Philosophen José Ortega y Gasset (gest. 1950) von 1930:
„Es kann zuweilen geschehen, dass keine öffentliche Meinung da ist. Eine in widerstreitende Gruppen geteilte Gesellschaft, deren Meinungen sich gegenseitig aufheben, gibt keine Gelegenheit zur Bildung einer Herrschaft. Und da die Natur kein Vakuum verträgt, wird die Leerstelle, die durch den Ausfall der öffentlichen Meinung entsteht, von der rohen Gewalt eingenommen. Im äussersten Fall tritt diese als Ersatz für jene ein.“
(José Ortega y Gasset, 1960, „We herrscht in der Welt?t“, in: ders., Der Aufstand der Massen, Berlin et al.: Dt. Buch-Gemeinschaft, S. 176.)
