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Gesellschaft

Die islamische Welt dreht sich im Kreise – und westliche Intellektuelle applaudieren (3)

Während im Westen in einem langwierigen Prozess „die Steigerung des Sinngehaltes in der Geschichte zu einem völlig innerweltlichen Phänomen ohne transzendentale Einbrüche‟ (Eric Voegelin) geführt hat, hadern die islamischen Gesellschaften mit einer solcher Entwicklung. Will die islamische Welt wirklich zu Wohlstand und Stabilität gelangen, muss sie den ewigen Reformismus überwinden.

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Zukunftsfragen

Die islamische Welt dreht sich im Kreise – und westliche Intellektuelle applaudieren (2)

Dabei möchten westliche Betrachter so gern glauben, dass sich in der islamischen Welt soviel regt, dass soviel im Gange ist. Sie glauben das schon ziemlich lange: Jedes Jahrzehnt hat seine Reformdenker auf islamischer und seine Bewunderer auf westlicher Seite. Dass eine Modernsierung aus dem Geiste des Islam heraus längst gescheitert ist, will keine Seite wahrhaben. Beide klammern sich an den Gedanken, dass es eine vielfältige Auslegungspraxis des Koran gibt, die Raum für die unterschiedlichsten Gesellschaftsvorstellungen lasse und ignorieren, dass die Rechtsschulen des Islam grösstenteils nur in Nuancen voneinander abweichen.

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Zukunftsfragen

Wenn ich Grieche wäre

Wenn ich Grieche wäre, würde ich auf die Slowakei blicken. Die ehemals kommunistische Slowakei hatte von 2004 bis 2013 eine Flat Tax eingerichtet, dank derer das Land heute über eine Automobilzulieferindustrie verfügt und nicht von externen Rettungspaketen abhängig ist. Warum ist Griechenland nicht diesen Weg gegangen?

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Terrorismus

Dschihadisten schenken sich nichts

Der sog. «islamische Staat» vertreibt seine Hasspropaganda in einem besonders aufwendigen, geradezu edel wirkenden Design, wie man ihn sonst nur von westlichen Hochglanzmagazinen kennt. Da will die Konkurrenz von der Nusra-Front, einem Ableger von al-Qaida, nicht nachstehen und hat eine eigene Publikation unters Volk gebracht, die in derselben Design-Liga spielt wie die Propaganda des «islamischen Staates» – und ist genau gegen diesen gerichtet.

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Naher Osten

Die Mär vom Trauma der Kreuzzüge

Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich in Syrien ein Mann an die Aufgabe, ein Buch des Franzosen Joseph-François Michaud ins Arabische zu übersetzen. Das Buch handelt von den Kreuzzügen und zwar auf eine sehr apologetische Weise. Der Übersetzer aber hatte ein Problem: Im 19. Jahrhundert gab es noch kein arabisches Wort für «Kreuzzüge» und so musste er eines erfinden. Also prägte er den Begriff «ḥarb aṣ-ṣalīb», wörtlich «Kreuzeskrieg».

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USA

Obama singt Amazing Grace

Nichts hier ist hohl oder verlogen. Amerika trauert um neun, von einem weissen Rassisten in Charleston ermordete Menschen. Und Obma stimmt auf der Trauerfeier in einer schwarzen Methodistenkirche «Amazing Grace an» – voller Pathos, Ergriffenheit, Lebensfreude und Patriotismus: Dafür lieben wir die Amerikaner.

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Terrorismus

Mission impossible

Die Terrororganisation ISIS hat ein fünfzehnseitiges Traktat „Warum der islamische Staat?“ herausgebracht, der sich nicht an den Westen, sondern an die Muslime richtet. Darin wird der Praxis vieler Salafisten im Westen, die Glaubensfreiheit zur Mission zu nutzen, eine Absage erteilt, habe doch der Prophet selbst zuerst eine islamische Herrschaft errichtet und danach Mission betrieben.

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Naher Osten

Sind die USA schuld am Aufstieg des IS?

Im Irak kämpfen die USA gegen zwei Feinde: den Islamismus. Und den Islamismus. Der eine ist sunnitischer, der andere schiitischer Prägung. Letzterer hat seine Zentrale in Teheran, während der Islamismus sunnitischer Prägung in mehrere, sich zum Teil bekämpfende Gruppierungen zerfallen ist. Keine leichte Situation für den Westen – Ordnung und Stabilität werden im Irak (von Syrien ganz zu schweigen) noch lange auf sich warten lassen.

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Naher Osten

Wie man Terroristen besiegt

Dass die USA heute wieder Ramadi bombardieren, ist auch deshalb so bemerkenswert, weil vor etwa zehn Jahren von dort aus der Kampf gegen al-Qaida begonnen hatte. Bis zur Vertreibung der Terrororganisation im März 2007 galt die Stadt als Zentrum dschihadistischer Gewalt. Dass Ramadi ein zweites Mal an die Dschihadisten, dieses Mal vom ISIS, fallen konnte, musste also hohe Symbolwirkung haben. Das hätte nie passieren dürfen.

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Orientalistik & Islamwissenschaft

“Wie hätten Christen reagiert?”

Wie hätten die Christen umgekehrt auf eine muslimische Herrschaft reagiert, fragt sich (ab 13:48) ein Religionswissenschaftler angesichts der Tatsache, dass die meisten islamischen Länder das Christentum im 19. und 20. Jahrhundert als Religion der Kolonialherren erlebt haben. Die gestellte Frage ist natürlich eine rhetorische und enthält schon ihre Antwort: Christen wären erbost.

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