Neues von der Ikone der Antiglobalisierungsbewegung, Naomi Klein: In einem Beitrag für “The Nation” schlägt sie wieder gedankliche Kapriolen der besonderen Art. Diesmal geht es um die Anschläge von London. Wer jetzt erwartet, dass Frau Klein die tiefere Ursache in der Irak-Kampagne vermutet, wird enttäuscht. So originell ist sie doch, dass sie dem Leser eine ganz besondere Erklärung bietet. Schuld am islamistisch motivierten Terrorismus ist jetzt also der britische, resp. westliche, Rassismus:
Autor: Michael Kreutz
Sprach-, Literatur- und Politikwissenschaftler, Autor und Journalist.
Das säkulare Bildungssystem muss sich ändern”, findet Mahmud Ahmadi-Nejad vor einer Gruppe regimetreuer Studenten, denn 150 Jahre seien genug.[1] Seitdem nämlich sei das Bildungssystem unter den Einfluss säkularer und hochmütiger (estekbārī) Gedanken geraten. Ahmadi-Nejad fordert die Studenten auf, gegen “liberale und wirtschaftsliberale Ideen” aufzustehen. Wenn ein liberaler Hochschullehrer mit dem Gedankengut seiner Schüler nicht konform sei, dann gebe er diesen schlechtere Noten, glaubt er.
Ist Israel ein normaler Staat? Oder vielleicht eher ein Anachronismus? Eine Diskussion dieser Fragen scheint selbst anachronistisch und wenig erkenntnisversprechend. Aber solange Israel und die Juden für viele Zeitgenossen eine regelrechte Obsession sind, werden diese Fragen immer und immer wieder aufgeworfen und verlangen nach Antwort.
Europas Achillesferse
Mit dem angestrebten EU-Beitritt der Türkei kommt die europäische Seite häufig auf die mangelhafte Beachtung der Menschenrechte zu sprechen. Dabei ist in Europa auch nicht alles zum besten bestellt, und ich meine nicht etwa Weissrussland. Die Rede ist vielmehr von der EU selbst, deren Mitglied Griechenland leider immer noch vermissen lässt, was andererseits von der Türkei ganz selbstverständlich erwartet wird.
Was an Amos Oz ist eigentlich links? In der heutigen FAZ weist der israelische Schriftsteller und Friedensaktivist auf die entschiedene Haltung der Friedensbewegung hin, “dass die Beendigung der Besetzung der Beginn des Friedens sein muss.” Während in Europa unter den Linken die Meinung vorherrscht, dass eine Hamas in der Regierung moderater sein wird als eine Hamas in der Opposition, gibt sich die israelische Friedensbewegung keiner Illusion hin.
Kultureller Fortschritt
Wenn das so weitergeht, dann bricht auch in Saudi-Arabien noch die Moderne aus. Aber bis dahin ist’s ein langer Weg. Nun wurde in Saudi-Arabien mehr als hundertzehn Jahre nach Inbetriebnahme des ersten Kinos in Paris 1895 der erste Kinofilm des Landes gedreht.
Noch eine Karikatur, noch ein Tabubruch
Ein Novum in der Islamischen Republik: Die iranische Zeitung Etemad hat es gewagt, eine Karikatur des Präsidenten Ahmadi-Nejad zu veröffentlichen. Auch wenn die Darstellung an Harmlosigkeit nicht zu überbieten ist, so war dieses Ereignis der in London erscheinenden “Kayhan“, dem wichtigsten persischsprachigen Organ der iranischen Opposition im Ausland, eine Meldung auf der Titelseite wert.
Katzav in Athen
Der israelische Staatspräsident Moshe Katzav ist heute in Athen vom griechischen Verteidigungsminister Petros Molybiatis empfangen worden. Was daran bemerkenswert ist? Seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen beider Länder 1990 ist dies der erste Besuch eines israelischen Staatspräsidenten in Hellas.
Ein paar tausend plus zwei oder drei
Ahmadi-Nejad bleibt sich treu. Wie vor einiger Zeit berichtet, treiben die antikapitalistischen Töne des iranischen Präsidenten das Kapital ins Ausland. Und während noch der glücklose Direktor des Hamburger Orient-Instituts, Mit seiner verklärenden Rundum-Analyse, derzufolge Ahmadi-Nejads radikale Äusserungen auf dessen Unerfahrenheit zurückzuführen seien, liegt Nahostwissenschaftler Udo Steinbach wieder einmal daneben.
“Vom Meer bis zum Fluss…”
Viele haben es nicht geglaubt, die Palästinenser selbst haben es lange nicht für möglich gehalten: Israel, seine Siedler und seine Truppen, haben sich restlos aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Wie es mit dem Friedensprozess, namentlich: mit der Road Map, weitergeht, hängt davon ab, inwieweit der Gaza-Rückzug zu einem Erfolg wird. Pierre Heumann von der Schweizer »Weltwoche« schreibt dazu auf seinem Blog:
