Keine Frage: In einer liberalen Demokratie muss man das islamische Kopftuch aushalten. Das Recht, aus religiösen oder anderen Gründen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen, darf nicht bestritten werden. Auf einem anderen Blatt allerdings steht, ob man das islamische Kopftuch deswegen gleich verteidigen muss.
Schlagwort: Naher Osten
Optionen gegenüber Iran
Was die gegenwärtigen Verhandlungen mit dem Iran betrifft, so darf ruhig darauf hingewiesen werden, dass sie in ihrer grundlegenden Form noch von der alten Bush-Regierung konzipiert worden waren. Wie George W. Bush in seinen Memoiren schreibt, hatte er sich seinerzeit zu entscheiden: Direkte Verhandlungen; eine multilaterale Diplomatie mit Zuckerbrot und Peitsche; oder ein Militärschlag waren die Optionen.
Die Vereinbarung von Lausanne
Gerade eben hat sich der amerikanische Präsident Obama an die Öffentlichkeit gewandt. Anlass war die Eckpunktevereinbarung mit dem Iran im Rahmen der Atomverhandlungen in Lausanne. Obama bezeichnete die Vereinbarung, die im Detail noch ausgearbeitet werden muss, mehrmals als «robust» und «verfizierbar». Der Iran sei in Vorleistung gegangen und habe alle von den Verhandlungspartnern geforderten Massnahmen verfüllt.
Dschihad für den Kaiser
Ein Artikel in der «Welt» widmet sich den historischen Hintergründen des Romans «Grünmantel», dessen Protagonist im Mittelpunkt auch der «39 Stufen», eines Filmes von Alfred Hitchcock steht. Der Film wurde von Hitchcock unter dem Titel «Der unsichtbare Dritte» noch einmal neu verfilmt, jedenfalls sind der Stoff und selbst einige Szenen identisch, man denke hier nur an diejenige im Auktionssaal, wohin der Held sich zwischenzeitlich flüchtet, oder die Schlussszene, die in den «39 Stufen» auf einem Gebirgsplateau spielt, im «Unsichtbaren Dritten» auf dem Mt. Rushmore. Doch das nur am Rande.
Die Erfindung eines Versprechens
In der der Redaktion der “Zeit” interessiert man sich derzeit für die Kolonialgeschichte des Irak und hat sich ein bisschen in die ältere Literatur zum Thema eingelesen. Herausgekommen ist ein Artikel, der seiner Leserschaft vermittelt, dass “die Araber”, die von einem unabhängigen Grossreich träumten, von den Briten schmählich hintergangen wurden.
Immer der Ami
Als die Amerikaner diverse nahöstliche Potentaten unterstützten, waren nicht wenige im Westen der Meinung, dass es kaum Demokratie im Osten geben werde, solange die Amerikaner an jenen Potentaten festhielten. Seitdem eine amerikanisch geführte Koalition das irakische Baath-Regime gestürzt hat, heisst es, dass Amerika nun ein beispielloses Chaos im Land zu verantworten habe.
Er könnte sich einen bleibenden Platz in der Geschichte des deutschen Journalismus sichern, denn eines muss man ihm lassen: Seine Reise in das Herz des sog. Islamischen Staates war ein Husarenstück. Stattdessen hat Jürgen Todenhöfer sich einmal mehr dazu entschlossen, sich zentrale Ideologeme des Islamismus zu eigen zu machen.
Orientschwärmerei und Kulturrelativismus
Zu den Paradoxien des Postkolonialismus im Gefolge eines Edward Said gehört die Tatsache, dass ihre Anhänger in der erklärten Absicht, ein dichotomisches Weltbild zu überwinden, einem ebensolchen das Wort reden. Das gilt vor allem, wenn von den islamischen Ländern die Rede ist.
Experten und Mythen
Es nützt ja alles nichts, manche Mythen lassen sich einfach nicht ausrotten. Einmal mehr darf ein zum «Experten» geadelter Religionswissenschaftler ungehemmt seine Ahnungslosigkeit zur Schau stellen und Desinformation verbreiten (vgl. hier). Und wieder einmal sind alle Ideologeme des Dialogunwesens vorhanden. Ich wähle nur zwei Beispiele, die jedoch beide sehr typisch sind:
Vom rechten Umgang mit Islamisten
Ein gängiger Glaubenssatz besagt, dass die Gefahr, die von Islamisten ausgeht, am besten dadurch gebannt werden könne, dass man diese in politische Strukturen einbindet; dann nämlich müssten sie sich in der Tagespolitik bewähren und würden von ihrem Radikalismus ablassen. Genau das bestreitet der amerikanische Nahostfachmann Shadi Hamid, der selbst jahrelang dieser Auffassung anhing, in seinem neuen Buch.
