Wer behauptet, dass die heute lebenden Deutschen kollektiv Schuld am Holocaust tragen? Die Antwort lautet: Niemand. Dies ist ein Popanz, den Rechtsextreme aufbauen, um den Holocaust vergessen zu machen. Denn darum geht es, nicht nur heute, am 27. Januar: Den Holocaust nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Schlagwort: Geschichte
Herr Lüders und der Sündenfall
Derzeit gross angesagt ist das im vergangenen Jahr erschienene Buch des Nahostexperten Michael Lüders, der aus den Medien weithin bekannt ist. Das Buch scheint gut anzukommen, wie auch eine völlig unkritische Rezension in den aktuellen DAVO-Nachrichten1 zeigt. Tatsächlich handelt es sich bei dem Buch um ein Machwerk, wie gleich schon zu Beginn deutlich wird.
Was das alles mit dem Islam zu tun hat
Es gebe doch ganz unterschiedliche Vorstellungen von Islam, sagen Apologeten des Islam gerne. Dass die Konfession bei den meisten im Alltag keine Rolle spiele, ist auch ein beliebtes Argument derer, die keinen kritischen Gedanken an den Islam verschwenden wollen. In einem Streitgespräch in der «Welt» treten all die falschen Argumente zum Vorschein, die die Islamdebatte hierzulande prägen.
Nomaden und Grossmächte
An dieser Stelle ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Ab und an machen Wissenschaftsverlage ältere Inhalte gratis online verfügbar. Das betrifft auch den aus meiner Feder stammenden Artikel «Der politische Nomade: Die Wahhābiten des 19. Jahrhunderts im Spiegel französischer Diplomatie.»
Solidarität mit Özdemir, Mutlu & Co.!
Über die Armenien-Entschliessung des Bundestages mag man denken, was man will. Wir haben gute Gründe genannt, ihr gegenüber skeptisch zu sein. Dass deutsch-türkische Parlamentarier durch die Türkei unter Druck gesetzt werden, sollte aber niemanden kalt lassen.
Genozid und Staatsräson
In Deutschland herrsche eine „repressive Atmosphäre“ in Bezug auf die Ereignisse von 1915, liest man in einer Stellungnahme der türkischen Botschaft anlässlich der Entschliessung des deutschen Parlaments, in diesem Zusammenhang von einem Völkermord an den Armeniern zu sprechen. Das ist reichlich grotesk, insofern als in der Türkei selbst gar keine Pressefreiheit herrscht.
Völkisches Brodeln
Als ich vor vielen Jahren einmal Stipendiat des Staates Israel war, wurde ich mit den anderen Stipendiaten vom Aussenministerium in Jerusalem eingeladen. Dort erhielten wir als Willkommensgeschenk u.a. eine Broschüre mit Fragen und Antworten rund um das Thema Israel, in der es auch ein Lemma «Holocaust» gab. Was ich dort las (ich habe die Broschüre heute noch), verblüffte mich.
Die Mär vom Trauma der Kreuzzüge
Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich in Syrien ein Mann an die Aufgabe, ein Buch des Franzosen Joseph-François Michaud ins Arabische zu übersetzen. Das Buch handelt von den Kreuzzügen und zwar auf eine sehr apologetische Weise. Der Übersetzer aber hatte ein Problem: Im 19. Jahrhundert gab es noch kein arabisches Wort für «Kreuzzüge» und so musste er eines erfinden. Also prägte er den Begriff «ḥarb aṣ-ṣalīb», wörtlich «Kreuzeskrieg».
Wie man Terroristen besiegt
Dass die USA heute wieder Ramadi bombardieren, ist auch deshalb so bemerkenswert, weil vor etwa zehn Jahren von dort aus der Kampf gegen al-Qaida begonnen hatte. Bis zur Vertreibung der Terrororganisation im März 2007 galt die Stadt als Zentrum dschihadistischer Gewalt. Dass Ramadi ein zweites Mal an die Dschihadisten, dieses Mal vom ISIS, fallen konnte, musste also hohe Symbolwirkung haben. Das hätte nie passieren dürfen.
Die Erfindung eines Versprechens
In der der Redaktion der “Zeit” interessiert man sich derzeit für die Kolonialgeschichte des Irak und hat sich ein bisschen in die ältere Literatur zum Thema eingelesen. Herausgekommen ist ein Artikel, der seiner Leserschaft vermittelt, dass “die Araber”, die von einem unabhängigen Grossreich träumten, von den Briten schmählich hintergangen wurden.
