Kürzlich zitierte die AfD aus einer Umfrage des renommierten amerikanischen Meinungsforschungsinstituts “Pew”, wonach neunundneunzig Prozent der Afghanen die Scharia als offizielle Gesetzgebung ihres Landes befürworten. Die AfD mag eine rechtsradikale Partei sein, der man nicht so leicht Glauben schenkt, aber das Zitat ist korrekt. Kritisieren kann man, dass die Umfrage schon acht Jahre alt ist und man nicht weiss, ob heute, nach der neuerlichen Machtübernahme der Taliban, der Anteil der Schariabefürworter immer noch dermassen hoch ist.
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Susanne Schröter: Allahs Karawane
Der Volksislam geniesst noch immer wenig Aufmerksamkeit in der medialen Debatte über Islam und Moderne, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass er regional weit aufgefächert ist und sich nur schwer überblicken lässt. Die vielleicht einzige Person, die dies mit wissenschaftlichem Anspruch zu leisten imstande war, dürfte die Orientalistin Annemarie Schimmel gewesen sein.
9/11, zwanzig Jahre später
Die macht der Bilder zeigt sich gerade an 9/11: Meist werden entsprechende Artikel mit Aufnahmen bebildert, die ein Flugzeug kurz vor dem Aufprall auf das World Trade Center zeigen oder kurz danach, wenn ein Feuerball diesen erschüttert. Was man selten sieht, sind Luftaufnahmen von Manhattan. Damals stand das ganze Gebiet in dichte Rauchwolken gehüllt. Wer die Bilder live vor dem Fernseher mitangesehen hat, musste glauben, hier nehme der dritte Weltkrieg seinen Anfang.
Ein Komiker macht ernst
Hinter den Kulissen sehen die Dinge immer ganz anders aus. Das gilt nicht zuletzt für den Wissenschaftsbetrieb, wie er an deutschen Universitäten stattfindet. Hinter vorgehaltener Hand erfährt man schnell, wer welchen Kollegen überhaupt nicht schätzt, seine Thesen ablehnt und überhaupt für inkompetent hält.
Bullerbü
Ein neuer Topos erobert den politischen Diskurs: Bullerbü. Denn Berlin brauche mehr Bullerbü, findet die “Grünen”-Politikerin Bettina Jarasch. Wer von Bullerbü spricht, evoziert die Kinderbücher der schwedischen Autorin Astrid Lindgren und damit die Idylle einer postindustriellen Welt mit Baumhäusern und Erdbeeren, mit Wiesen und Pferden und Blumen.
Trittbrettfahrer des Identitarismus
Der Antirassismus-Aktivist Max Czollek hat einige Schlagzeilen in Nischenmedien produziert, weil ihm ein deutsch-jüdischer Schriftsteller das Judesein abgesprochen hat, woraufhin sich einige Publizisten mit Czollek solidarisch erklärten und sein Recht verteidigten, als Jude anerkannt zu werden.
Weissagung
Der politische Diskurs in Deutschland hat Schlagseite.
Man soll auf die Wissenschaft hören, heisst es. Gerade wenn es um den Klimawandel geht, ist diese Parole populär. Und wo wäre mehr geballte wissenschaftliche Kompetenz in dieser Frage vorhanden als beim IPCC, dem “Intergovernmental Panel on Climate Change”?
Triste linke Welt
Die linken Parteien in Deutschland, also Ex-SED, Grüne und SPD, können in Umfragen fast die Hälfte der Wähler überzeugen. Dass die drei Parteien eine hauchdünne Mehrheit gewinnen könnten, ist nicht auszuschliessen. Links ist in, links ist hipp, links ist die Zukunft und die Zukunft sieht trist aus, wenn die Linken an die Macht kommen.
Die Öffentlich-Rechtlichen nehmen für sich in Anspruch, unabdingbar im Kampf gegen Desinformation und Fake News zu sein, und das sind sie auch, soweit es Desinformation und Fake News von rechts betrifft. Sie sind hingegen eine offene Flanke, wenn der gleiche Irrsinn aus entgegengesetzter Richtung kommt.
