Es ist verblüffend, mit welcher Hartnäckigkeit selbst unversöhnliche Islamisten im Westen häufig zu moderaten Dialogpartnern verklärt werden. Ein kurzer Blick zurück: Als vor fünf Jahren der damalige iranische Präsident Ahmadinejad seinen Vertrauten Esfandiar Rahim Mashaie zu seinem Stellvertreter machen wollte, wurde das im Westen von nicht wenigen Analysten mit Verzückung aufgenommen.
Autor: Michael Kreutz
Sprach-, Literatur- und Politikwissenschaftler, Autor und Journalist.
Islamisten einbinden
Islamisten muss man in demokratische Prozesse einbinden, dann werden sie gezwungen sein, praktische Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu erarbeiten. Sie werden ihre Obstruktion aufgeben müssen und zu einer gemässigteren Haltung finden. Wie oft haben wir das in den vergangenen Jahren gehört.
Die Lust am Tabubruch
Unter dem Titel “Das Undenkbare denken” will der Werner Sonne in der FAS von heute mit dem abgedroschensten aller Argumente – “weil Deutschland durch den Holocaust untrennbar mit dem Staat der Juden verbunden ist” – den Druck auf Israel erhöhen, um Frieden im Nahen Osten zu verwirklichen und “deutsche Soldaten an der Grenze Israels” zu stationieren – natürlich allein “zum Schutz des Staates der Juden.”
Warum Ägyptens Kirchen?
Das ägyptische Militär greift hart gegen die Mursi-Sympathisanten durch. Mehr als 500 Tote sind das Ergebnis. Bei den Unruhen gerieten immer wieder auch Kirchen in Brand, was wohl auf das Konto der Muslimbrüder geht. Aber warum? Warum werden gerade Kirchen angezündet?
Reza Schah – Neubewertung eines Monarchen
Der iranische Exilsender “Manoto” hat einen Film über Reza Shah (1878-1944) produziert, der extrem sehenswert ist, weil er auf z.T. neuentdecktem Archivmaterial beruht. Das Ergebnis ist so beeindruckend, dass “Manoto” aufgrund der überwältigenden Resonanz den Film gestern zum vierten Mal in Folge gesendet hat. Unnötig zu erwähnen, dass der Sender, obwohl im Iran verboten, gerade dort die meisten Zuschauer hat.
Was man alles nicht braucht
In den Medien tummeln sich vermehrt Zeitgenossen, die uns erklären wollen, warum die Konsumgesellschaft, wie wir sie kennen, abgeschafft gehört. Denn vieles brauchen wir doch gar nicht, obwohl uns die Werbung etwas anderes einreden will. Diese manipuliert uns und das wollen wir nicht.
Homer im Orient
Es ist bekannt, dass im Mittelalter (vor allem im Bagdad des 8.-10. Jhds.) arabische Gelehrte einen erheblichen Teil der griechischen wissenschaftlichen Literatur der Antike ins Arabische übersetzt haben, zum Teil anhand älterer Übersetzungen ins Syrische. Die Poesie hatte man damals ausgespart, weil sie einer paganen Lebenswelt entsprang, aber auch, weil Poesie als kaum übersetzbar galt. […]
Ahmadinejad: Ihr werdet Sturm ernten
Weil alle Welt auf Hassan Rohani, den kommenden Präsidenten des Iran blickt, gehen die Worte des Noch-Präsidenten Ahmadinejad anlässlich des Quds-Tages unter. Doch gerade die verdienen einen nähere Betrachtung. Ein alles niedermachender Sturm sei unterwegs, tönt Ahmadinejad, der die Zionistenbasis herausreissen werde.
Des Eiferers Biograph
Wahrscheinlich haben Sie es schon gesehen: Im Internet kursiert gerade ein Video, das den amerikanischen Publizisten Reza Aslan im Interview mit dem Fernsehsender Fox zeigt. Weil die Moderatorin offensichtlich mit der Tatsache überfordert ist, dass ein muslimischer Autor ausgerechnet ein Buch über Jesus schreibt, obgleich dieser im Islam als Prophet gilt, gerät das Interview im letzten Dritten zu einem Desaster.
Wie das Christentum der Gewalt abschwor
Gefragt, wie Christen Kreuzzüge führen, Ketzer verbrennen und Juden verfolgen konnten, wo Jesus doch zur Feindesliebe aufgerufen habe, weiss eine evangelische Theologin (“Pfarrerstochter in vierter Generation”) im Gespräch mit dem Magazin “Chrismon” nichts besseres zu antworten als: “Ich weiß es nicht. Mich macht sprachlos, dass man Gewalt sogar mit dem Christentum begründete. Das passt gar nicht zu Jesus.”
