Dass Ablasshandel für den mittelalterlichen Christen etwas durchaus vernünftiges war, jedenfalls angenehmer als eine ewige Furcht vor dem Zorn Gottes, wie Luther sie predigte, behauptet Alan Posener in der “Welt”, für den es deshalb auch keinen Grund gibt, das 500-jährige Jubiläum der Lutherschen Angriffe auf den Ablasshandel zu feiern, zumal darin auch nur Luthers Feindschaft gegenüber dem Handel im allgemeinen zum Ausdruck komme.
Autor: Michael Kreutz
Sprach-, Literatur- und Politikwissenschaftler, Autor und Journalist.
Trennlinie
Der Kommunikationswissenschaftler Kai Hafez von der Universität Erfurt widmet sich in seinem Buch „Freiheit, Gleichheit und Intoleranz“ (2013) u.a der Frage, wo die Trennlinie zwischen der berechtigen Kritik am Islam und der sog. Islamophobie verläuft:
Ein Erfurter Politikwissenschaftler holt zum grossen Rundumschlag gegen die Allianz der Islamophoben aus.
Seit mindestens achthundert Jahren, seit Averroes nämlich, versuchen islamische Intellektuelle, das traditionelle Denken ihrer Zeit für neue Gedanken zu öffnen. Noch jedesmal sind sie gescheitert und daran sind sie selbst nicht ganz unschuldig. Denn die Autorität der Religion über alles, was die Gesellschaft betrifft, haben sie so gut wie nie hinterfragt. Averroes wollte Philosophie und Logik aus dem Koran heraus legitimieren, am Ende geriet er unter erheblichen Rechtfertigungsdruck durch die Almohaden-Herrscher.
Schon längst kein Modell mehr
Vor einiger Zeit hat das amerikanische PewResearchCenter in einer Umfrage zutage gefördert, dass 72% der Indonesier einer Durchsetzung der Scharia positiv gegenüberstehen. Kein Grund zur Besorgnis sei das, meint man auf Qantara.de, verstehe man in Indonesien doch ganz unterschiedliche Dinge unter dem Begriff Scharia, der doch nur “Weg” oder “Pfad” bedeute, ähnlich dem Dao im Chinesischen.
Jetzt erst recht
Egal, was in der Türkei passiert oder nicht passiert: Für Politiker wie Ruprecht Polenz (CDU) und Claudia Roth (Grüne) ist alles immer nur ein Grund, das Land jetzt erst recht in die EU aufzunehmen.
Qatar geht einen Schritt zurück
Wie “Middle East Online” meldet, lässt der Golfstaat Qatar männliche Schulklassen nicht länger von einer weiblichen Lehrerschaft unterrichten. Koedukativen Unterricht gibt es ohnehin nicht, aber jetzt sollen Jungen nur noch Unterricht von männlichen Lehrern bekommen.
Starkes Pferd statt lahmer Gaul
Von Journalisten verfasste Bücher über den Nahen Osten basieren üblicherweise auf persönlichen Begegnungen und Eindrücken, die dann mit historischem Hintergrundwissen angereichert werden. Nicht so das Buch „The Strong Horse“ des amerikanischen Journalisten Lee Smith, der sich das ehrgeizige Ziel vorgenommen hat, den kulturellen Ursachen der eruptiven Gewalt, von der die Arabische Welt geprägt ist, auf den Grund zu gehen, um so weit mehr als eine Momentaufnahme der Arabischen Welt zu geben.
Lee Smith: The Strong Horse
Von Journalisten verfasste Bücher über den Nahen Osten basieren üblicherweise auf persönlichen Begegnungen und Eindrücken, die dann mit historischem Hintergrundwissen angereichert werden. Nicht so das Buch „The Strong Horse“ des amerikanischen Journalisten Lee Smith, der sich das ehrgeizige Ziel vorgenommen hat, den kulturellen Ursachen der eruptiven Gewalt, von der die Arabische Welt geprägt ist, auf den Grund zu gehen, um so weit mehr als eine Momentaufnahme der Arabischen Welt zu geben.
Die heutige FAZ bringt einen kritischen Artikel (nicht online) über den Wohlfühlislam des akademischen Dialgbetriebes – und das auch noch aus der Feder eines Islamwissenschaftlers.1 Darin fordert Hans-Thomas Tillschneider von der Uni Bayreuth zunächst, dass der Islam „sich von allen politisch-rechtlichen Ansprüchen trennen“ müsse.
