Vor mehr als zwanzig Jahren sorgte ein Buch unter dem Titel “Die unerbittlichen Erlöser” zunächst in Frankreich, dann auch in Deutschland, für erhebliche Furore. Sein Verfasser, der Theologe und Politikberater Jean-Claude Barreau, ging darin den Ursachen des gewalttätigen Islamismus auf den Grund, die er – und das war der Skandal – direkt auf den Koran (“ein archaisches Buch”) zurückführte. Den Islam zeichnete er als eine zerstörerische (wenngleich reformierbare) Kraft, die den Werten der Moderne entgegensteht.
Schlagwort: Naher Osten
Zum Tode von Ariel Scharon
Bei all den Nachrufen auf Ariel Scharon scheint mir ein wichtiger Aspekt zu kurz gekommen, der für eine abschliessende Würdigung seiner Lebensleistung von Bedeutung ist. Sharon nämlich verkörperte eine israelische Tradition – und das im besten Sinne des Wortes.
Eine Zumutung namens Israel
Wenn es ein Thema gibt, bei dem es völlig normal ist, dass Leute, die sich berufen fühlen, es zu kommentieren, selbst elementarste Fakten nicht zur Kenntnis nehmen, dann muss es sich um Israel bzw. den Nahostkonflikt handeln. So erschien bei der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) ein Kommentar zum aktuellen Stand der Friedensbemühungen amerikanischer Diplomatie, der grundlegende Denkfehler enthält, die immer wieder auftauchen, wenn es um das Thema Israel geht.
Mitteilungen aus Kilis (19)
Mittlerweile hat sich die bewaffnete Opposition darauf geeinigt, die Nationale Koalition nicht anzuerkennen – unter dem Vorwand, diese repräsentiere nicht den Willen und die Bestrebungen des syrischen Volkes. Prima.
Mitteilungen aus Kilis (18)
Muhammad H.
Einige der türkischen Anhänger von Assad machen in der Türkei Propaganda für eine extrem gefährliche Sache. Sie behaupten, dass die Opposition den chemischen Angriff vorgenommen habe, nachdem die Türkei sie mit den entsprechenden Waffen ausgerüstet hat. Erdogan selbst soll die syrische Opposition mit Waffen versorgen.
Mitteilungen aus Kilis (17)
Muhammad H.
An diesem Morgen sind mehr als 1.188 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Kinder, die schliefen. Als sie von Assads Chemiewaffen angegriffen wurden, gehörte es vielleicht sogar zu den Vorzügen dieser Waffe, dass die Menschen ohne Schmerzen starben.
Die Lust am Tabubruch
Unter dem Titel “Das Undenkbare denken” will der Werner Sonne in der FAS von heute mit dem abgedroschensten aller Argumente – “weil Deutschland durch den Holocaust untrennbar mit dem Staat der Juden verbunden ist” – den Druck auf Israel erhöhen, um Frieden im Nahen Osten zu verwirklichen und “deutsche Soldaten an der Grenze Israels” zu stationieren – natürlich allein “zum Schutz des Staates der Juden.”
Mitteilungen aus Kilis (15)
Von Muhammad H.
Chemiewaffen bedeuten eine rote Linie! Was also heisst das? Es heisst: eine rote Linie. Mittlerweile gibt es erhebliche Veränderungen auf der politischen Bühne, die darauf hindeuten, dass bald etwas geschehen wird.
Lee Smith: The Strong Horse
Von Journalisten verfasste Bücher über den Nahen Osten basieren üblicherweise auf persönlichen Begegnungen und Eindrücken, die dann mit historischem Hintergrundwissen angereichert werden. Nicht so das Buch „The Strong Horse“ des amerikanischen Journalisten Lee Smith, der sich das ehrgeizige Ziel vorgenommen hat, den kulturellen Ursachen der eruptiven Gewalt, von der die Arabische Welt geprägt ist, auf den Grund zu gehen, um so weit mehr als eine Momentaufnahme der Arabischen Welt zu geben.
Die Geister, die ich rief
Russischer Waffenlieferungen zum Trotz ist das Überleben des syrischen Regimes alles andere als gesichert. Eine Ironie der Geschichte dabei ist, dass die Dschihadisten, derer sich das Regime zu erwehren hat und die zum Teil aus dem Irak kommen, dorthin zuvor über Syrien eingereist waren, worauf Ghassan Karam auf “Ya Libnan” hinweist:
