Ein Experte sorgt sich um den Nahen Osten.
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Was bringt ein Regimewechsel?
Viele wollen es nicht glauben: Dass ein Iran nach dem Ende der Mullahherrschaft stabiler und friedfertiger sein könnte. Der ernüchternde Zustand des Nachbarlandes Irak nach dem Sturz von dessen langjährigen Diktator Saddam Hussein oder der Blick auf Afghanistan, das heute unter der Herrschaft der Taliban steht, scheinen den Gegnern eines Regimewechsels recht zu geben.
Es bestehen kaum noch Zweifel, dass Israel auch die letzten Reste des islamischen Regimes in Iran beseitigen will, damit die iranische Bevölkerung endlich die Macht übernehmen und den Iran zu einem prosperierenden und friedlichen Land machen kann. Noch nie in den vergangenen Jahrzehnten war die Chance für einen Regimewechsel so gross wie heute.
Angesichts des israelischen Angriffs auf die militärischen Kapazitäten Irans wimmelt es von juristischen Stellungnahmen zur Frage der völkerrechtlichen Legitimation. Deren Tenor lautet durchweg: Nicht das Verhalten Irans, sondern dasjenige Israels verstosse gegen das Recht. Wie kann das sein?
Der Kopf der Schlange
Kaum hat die israelische Regierung zu einem umfassenden Schlag gegen das Teheraner Regime angesetzt, überschlagen sich die Kommentare und Analysen vieler Medien mit törichten Warnungen vor einer Eskalation des Konflikts und absurde Appelle an beide Seiten, die iranische wie die israelische, den Krieg mit Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu stoppen.
Netanjahu gegen Israel?
Benjamin Netanjahu ist der längste amtierende Ministerpräsident seines Landes. Er könnte auch als der tragischste in die Geschichtsbücher eingehen. Denn er führt einen Krieg, den er nicht gewinnen kann, und der, je länger er dauert, der Hamas mehr hilft, als dass er sie zerstört.
Das Schweigen des Postkolonialisten
Vor Jahren hat der indische Schriftsteller Pankaj Mishra mit seinem Machwerk «Aus den Ruinen des Empires» bewiesen, dass man für einen skrupellosen im Umgang mit historischen Fakten den Beifall des deutschen Feuilletons finden kann. Doch wenn Scharlatane nicht gestoppt werden, machen sie weiter.
Medien berichten von einer Hungersnot im Gazastreifen und merken nicht, wie sie in die Irre geführt werden.
Merz, Dobrindt und Frei sind keine errnstzunehmenden Politiker, sondern vollendete Populisten und Opportunisten, die angetreten sind, ihre Wähler hinter das Licht zu führen – das alles nur, weil sie törichterweise glauben, indem man die Rhetorik der AfD übernimmt, diese schwächen zu können.
8. Mai: Warum erinnern
Es geht nicht um kollektive Schuld, es geht nicht darum, etwas wiedergutzumachen, was niemand wiedergutmachen kann. Aber die Demokratie braucht Abwehrkräfte gegen alles, was sie bedroht. Und sie braucht sie vor allem, damit sich die schlimmste Katastrophe des 20. Jahrhunderts und überhaupt der Menschheitsgeschichte nicht wiederholt.
