Unter den hiesigen Nahostexperten, gerade wenn sie mit einem Hochschulabschluss geadelt sind, gibt es offenbar nur zwei Überzeugungen: Dass Israel und die Hamas gleichermassen am aktuellen Krieg die Schuld tragen, wobei Israel dann doch ein wenig mehr Schuld hat – oder dass Israel gleich als Hauptursache des ganzen sogenannten Nahostkonflikts zu gelten hat.
Autor: Michael Kreutz
Dr. phil., Orientalist, Autor, Journalist.
Schief und krumm, irgendwie zusammengezimmert, dazu schwerfällt. Dazu hat ausgerechnet ein Vertreter der “Grünen” das so ziemlich Gescheiteste geschrieben, das auf dem Markt der Ideen zu finden ist. In seinem vor nunmehr fast zwanzig Jahren erschienenen Buch “Die Rückkehr der Geschichte” erklärt Joschka Fischer, was die EU zu einem Friedensprojekt macht, nämlich die Überwindung einer Staatenordnung, die von Hegemonialmächten geprägt war. Dazu müssen die grösseren, wirtschaftlich stärkeren Staaten eine Schwächung ihrer Souveränität akzeptieren.
Dieses Jahr am 23. Mai feiert nicht nur das Grundgesetz seinen 75. Geburtstag, es jährt sich auch der Geburtstag von Immanuel Kant zum dreihundertsten Mal. Kant ist im deutschsprachigen Raum der Philosoph der Aufklärung schlechthin und als solcher Vertreter eines optimistischen Menschenbildes, an das wir uns beizeiten erinnern sollten.
Die Weltgemeinschaft hat eine Obsession für Israel.
Israel in Gefahr
Zuerst schoss eine Terrorgruppe namens Hamas dreitausend Raketen auf Israel, dann drang sie auf dessen Staatsgebiet vor, erschoss, verstümmelte, verbrannte und vergewaltigte 1200 Menschen und verschleppte 240 weitere. Begierig auf Bilder von toten arabischen Babys, bereiteten arabische und türkische Medien eine Verleumdungsoffensive gegen den jüdischen Staat vor, von dem man annehmen musste, dass er seine Bürger schützen und gegen die Hamas zurückschlagen würde.
Wer die Bilder von den sogenannten Protestcamps an amerikanischen Universitäten gesehen hat, in denen sich der akademische Mob gegen Israel organisierte und jüdische Studenten drangsalierte, mag schockiert gewesen sein. Ein Grund zur Überraschung waren sie nicht. Denn an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten westlicher Universitäten hat man schon lange ein Problem mit Israel.
Einige Drohnen seien im Luftraum über Isfahan und Täbris abgeschossen worden, bevor sie an militärischen oder zivilen Einrichtungen Schaden anrichten konnte, vermeldete die iranische Nachrichtenagentur ISNA. So versuchen iranische Staatsmedien den israelischen Angriff herunterzuspielen. In Wahrheit zeigte dieser Angriff einmal mehr die ganze Verwundbarkeit und Schwäche des Teheraner Regimes.
Die Schwäche des Teheraner Regimes
Teheran hat als Vergeltung für die Tötung hochrangiger Mitglieder seiner Revolutionsgarden in Damaskus dreihundert Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert. Eine direkte Konfrontation hat das Regime bislang immer vermieden. Medien sprechen von einem “Überschreiten des Rubikon” und einem erheblichen Eskalationspotential.
Ein Orientalist hat die Orientierung verloren.
Eine Zeitung schlägt Alarm.
