Die islamische Welt schäumt nicht gerade über vor guten Nachrichten. Aber manchmal gibt es doch Anzeichen von Verbesserung – ausgerechnet, was den Status von Frauen betrifft. Nicht alles hält einer näheren Betrachtung stand, manches aber doch.
Autor: Michael Kreutz
Dr. phil., Orientalist, Neogräzist, Politikanalyst, Buchautor und Journalist.
Die Moderne nicht vollständig realisiert zu haben, ist vor allem der Islamischen Welt nachgesagt worden. Einspruch kommt von dem Arabisten Thomas Bauer, der jene zumindest in historischer Perspektive für weitaus fortschrittlicher hält, als der heutige Zustand vermuten lässt. Sein zentrales Kriterium für dieses Urteil ist die „Ambiguitätstoleranz‟, die in der Islamischen Welt über Jahrhunderte in ungleich höherem Masse gepflegt worden sein soll als im Westen.
Islamismus und Islam
Ein Historiker beklagt sich im „National Interest“ über die einseitigen Wahrnehmungen des Islam im Weissen Haus. Während die Trump-Regierung ein generelles Misstrauen gegenüber dem Islam hegt, habe Obama das krasse Gegenteil geglaubt: In 2011, for example, Tibi’s very important Islamism and Islam was published by Yale University Press, but it received scant attention in the general-interest reviews, in Read More
Mag der Fortschrittsgedanke auch weithin akzeptiert sein, so wird er doch herausgefordert durch das Postulat von einer „multiplen Moderne‟, das beinahe selbst mythische Qualitäten besitzt, indem es sich der Frage verweigert, was die Moderne von anderen Epochen unterscheidet und was sich mit ihr geändert haben soll. Es ist vielmehr ein Apotropaion, ein Abwehrzauber, der in der Beschwörung unterschiedlicher „styles of modernism‟ (Stephen Toulmin) einer vermeintlichen Gleichmacherei der Kulturen durch den Weltmarkt Einhalt gebieten soll.
Bevor wir es vergessen: Noch eine Neuerscheinung ist zu vermelden. Der Sammelband „Salafismus und Dschihadismus in Deutschland“ enthält auch einen Beitrag von mir (zusammen mit Claudia Dantschke, Marwan Abou Taam und Aladdin Sarhan verfasst). Der Band ist bei Campus erschienen und seit einigen Monaten im Buchhandel erhältlich. Read More
Neuerscheinung
Als Wissenschaftler veröffentlicht man immer einmal wieder einen Artikel in einer Fachzeitschrift, aber dies hier ist etwas Besonderes. Die Herausgeber der neuen Ausgabe der Münchner Zeitschrift „Widerspruch“ hatten die Courage, ein Themenheft zum Thema „Islamisches Denken“ zu erstellen, in dem tatsächlich ganz konträr argumentierende Autoren zu Wort kommen. Das ist angesichts des postkolonialistischen Einerleis an Read More
Der früheste bekannte Beleg des Begriffes modernus findet sich in den Epistolae pontificum des Gelasius (gest. 496), der damit die Dekrete des Konzils von Chalkedon gegenüber älteren Regularien abgrenzt. Wie Hans Ulrich Gumbrecht gezeigt hat, war dem Substantiv modernitas im 11. Jahrhundert zunächst eine abwertende Konnotation zu eigen, insofern als es mit der Abkehr von den überlieferten Werten in Verbindung gebracht wurde.
Die Deutschen sind keine Opfer
Wer behauptet, dass die heute lebenden Deutschen kollektiv Schuld am Holocaust tragen? Die Antwort lautet: Niemand. Dies ist ein Popanz, den Rechtsextreme aufbauen, um den Holocaust vergessen zu machen. Denn darum geht es, nicht nur heute, am 27. Januar: Den Holocaust nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Sprechen wir über die kulturellen Voraussetzungen historischer Errungenschaften wie die Menschenrechte, dann schliesst das die Frage ein, wie es um die religiösen Ressourcen bestellt ist, aus denen heraus sie selbst und damit eine Koexistenz mit anderen Glaubensformen begründet werden kann. Immer wieder sind Religionen, in deren Namen Menschen unterdrückt und verfolgt wurden, zuweilen selbst Gegenstand von Unterdrückung und Verfolgung geworden, was oft selbst dann noch in der kollektiven Erinnerung nachhallt, wenn die Glaubensgemeinschaft schon längst aus ihrer Minderheitenposition herausgetreten ist.
Gottesbilder
Ein interessanter Beitrag von Ufuk Özbe widmet sich der Frage, inwieweit die Evolutionstheorie mit dem Glauben an Gott vereinbar ist. Der Artikel enthält viel richtiges und plausibles, aber das zentrale Argument, eine Kontingenz der Evolution mache die Annahme eines Schöpfergottes wenig plausibel, überzeugt nicht – und zwar unabhängig davon, ob man selbst an Gott glaubt Read More
