Dass Verteidiger des Islam häufig auf eine Art und Weise argumentieren, die eigentlich das Gegenteil von dem bewirkt, was sie beabsichtigen, fasziniert mich immer wieder ungemein. Viele sind sich nicht bewusst, dass das, was sie da als fortschrittlich am Islam preisen, alles andere als fortschrittlich ist und eher Teil des Problems denn Teil der Lösung. Solcherlei Argumentation findet dann meist den Beifall einen nichtmuslimischen dialogbewegten Publikums, das sich bereitwillig in die Irre führen lässt.
Autor: Michael Kreutz
Dr. phil., Orientalist, Autor, Journalist.
Als Orientalist/ Islamwissenschaftler gilt mein Forschungsinteresse natürlich vor allem dem Nahen Osten und den Mittelmeerraum, aber das sagt nichts über meine Methodik aus, die unter Fachvertretern eine breite Streuung aufweist. Bei mir ist das seit jeher die Ideengeschichte, über die mich auch als Politikwissenschaftler identifiziere.
Französisch in Paris
Der CDU-Politiker und Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Jens Spahn, regt sich im Interview mit der „Osnabrücker Zeitung“ darüber auf, dass in manchen Lokalen Berlins die Bedienung kein Deutsch, nur Englisch spreche, und fügt hinzu: „Auf so eine Schnapsidee käme in Paris sicher niemand.“
Prof. Nachwuchswissenschaftler
In den Medien kommen gelegentlich Wissenschaftler zu Wort oder ist von Wissenschaftlern die Rede, die an einer Universität tätig sind. Da Journalisten Fachleute bevorzugen, die ein „Prof. Dr.“ vor dem Namen haben und idealerweise auch noch Leiterin oder Leiter eines Instituts sind, fällt dann nicht weiter auf, worin die Qualifikation dieser Wissenschaftler eigentlich besteht.
Es herrscht viel Verwirrung um die Begriffe Europa und Abendland, letzterer wird gerne von Rechtskonservativen als Kampfbegriff gegen den Islam verwendet. Beide Begriffe sind jedoch vielschichtig und unterliegen dem Wandel der Zeit, was wenig reflektiert wird und das gilt nicht zuletzt für den Begriff „Europa‟. Ein populäres Missverständnis besteht gerade darin, die Idee Europa mit dem Kontinent gleichzusetzen, die eben alles andere als deckungsgleich sind.
Finis Germania in Tränen
Es gibt Bücher, da fragt man sich, womit sie diese Aufmerksamkeit verdient haben. Das Buch von Rolf Peter Sieferle, aus dem Nachlass erschienen, ist so ein Fall und der Antisemitismus-Vorwurf, der von verschiedener Seite erhoben wurde, verdeckt die Tatsache, dass es sich auch sonst um ein intellektuell äusserst dürftiges Traktat handelt, das um das Erbe der deutschen Geschichte besorgt ist.
Wohl schon immer gab es eine Neigung nicht nur deutscher Schriftsteller, Armut als Schicksal zu akzeptieren. Wie der Literaturwissenschaftler Heinz Schlaffer schreibt, ging Dichtung gerne auf Distanz zu Kommerz und Politik und setzte Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit gegen Rhetorik und verfeinerte Kunst. Auch Philosophen wie Hegel bliesen ins Horn des Antiliberalismus und zur Mitte des 19. Jahrhunderts war es der Soziologe Werner Sombart, der den Geist der Freiheit und des Liberalismus als „Macht des Teufels‟ schmähte.
Wie man endgültig Deutscher wird.
Ein Treffen in Jerusalem
Hätten die Briten den Mufti von Jerusalem vor achtzig Jahren auf die Seychellen deportiert, sähe die Welt heute anders aus, denn dann wäre der unter Führung des Muftis aufkeimende islamistische Terror nie zu einem globalen Phänomen geworden. Das ist eine starke These, die der Politikwissenschaftler Matthias Küntzel da aufstellt – und überaus fragwürdig. Beim Aufstieg des islamistischen Terrors sind noch andere Faktoren im Spiel, die zum Teil weit in die Geschichte zurückreichen, zum Teil jüngeren Datums sind.
Vom Dschihad zum Dschihadismus
Dschihadistische Gewalt steht im Dienste einer islamischen Ordnung. Diese Ordnung hat Voraussetzungen und ist eingebettet in eine Weltsicht, die in Begriffe wie Umma, Scharia, Kalifat, Dschihad etc. eingefasst ist. Diese und weitere Begriffe haben eine Geschichte wie auch die Gewalt im Namen des Islam eine Geschichte hat.
