Auch der zwölfte Besuch Ahmadinejads bei seinem Freund Chavez ist noch für einen Lacher gut.
Autor: Michael Kreutz
Sprach-, Literatur- und Politikwissenschaftler, Autor und Journalist.
Im Treibhaus der Gewalt
Vor vier Jahren war anlässlich des israelischen Abzugs aus Gaza hier zu lesen, dass Israel keineswegs eine Politik der verbrannten Erde verfolgte. Gegen eine angemessene Kompensation hätten z.B. die Treibhäuser der Siedler von den Palästinensern übernommen werden können. Aber weder Siedler noch Palästinenser wollten offenbar glauben, dass Scharon es mit dem Abzug ernst meinte.
Was kommt nach dem zwölferschiitischen Marxismus? Richtig!
Endlich gibt es eine deutsche Übersetzung von Zigabenos!“Rüstkammer” der christlichen Argumente. Der byzantinische Mönch Zigabenos spielt eine wichtige Rolle in der frühen Rezeption des Jihad, über den er scharf urteilte, er sei das “mörderische Vorhaben eines mörderischen Propheten eines mörderischen Volkes”.
Ebrahim Yazdi verhaftet
Ebrahim Yazdi, Vorzeige-Oppositioneller des iranischen Regimes, wurde aus dem Krankenhaus heraus verhaftet und an einen unbekannten Ort verbracht. Die Paranoia der Regierung wächst. Ein Zeichen, wie morsch das System ist.
(Dank an Nasrin)
Der makedonische Knoten
Im Streit um Makedonien werden neue intellektuelle Geschütze aufgefahren. Nachdem die Ausführungen Viktor Friedmans zum griechischen Umgang mit slawischsprachigen Minderheiten im eigenen Land (s. TF vom 23.01.09) zu einer konzertierten Reaktion auf griechischer Seite geführt hatten, zieht eine griechisch-bulgarische Dokumentensammlung (”Macedonian Issue and Bulgaria – Confidential Documents 1950-1967″) wiederum heftige Kritik von slawomakedonischer Seite auf sich.
Nachdem die Verschwörungstheorien über die abgesetzte “Anne Will”-Sendung ins Kraut geschossen waren, hat das deutsche Fernsehen mit “Hart aber fair” nun doch noch seine Diskussionsrunde zum Krieg in Gaza bekommen. Und nicht nur das: Drei der fünf Diskutanten bezogen eine drastisch israelkritische Position. Was nun, Herr Massarrat?
Doch weniger Tote in Gaza?
Lorenzo Cremonesi, Korrespondent des italienischen “Corriere della sera” ist durch die Krankenhäuser des Gazastreifen gezogen, hat Interviews geführt und nachgezählt: Mehr als 600 Tote soll die Operation “Gegossenes Blei” nicht gekostet haben – auch wenn natürlich jeder Toter einer zuviel ist.
Die paramilitärische Gruppe der iranischen Basidj hat angesichts der Ereignisse im Gazaastreifen angekündigt, eine Brigade von Selbstmordattentätern in die “besetzten Gebiete” zu entsenden, wo sie “Aktionen gegen den zionistischen Feind” ausführen werden.
Ob das, was unter dem Etikett Israel-Kritik firmiert, antisemitisch ist, sei einmal dahingestellt. Auffällig ist aber, wie wenig sich die Generalkritiker Israels von Fakten beirren lassen oder auch nur bereit sind, in irgendeiner Weise auf sie einzugehen. Denn 2005 ist etwas eingetreten, was viele schon nicht mehr für möglich gehalten haben.
