Wenn es um die akademische Beschäftigung mit dem Islam geht, wird es häufig romantisch. Ein aktuelles Beispiel da für gibt ein Vertreter der “komparativen Theologie”, der im Interview mit dem “Tagesspiegel” einige recht erstaunliche Dinge verkündet. Grundtenor ist wieder einmal die Behauptung, dass der Islam nicht den Terroristen überlassen werden dürfe.
Schlagwort: Debatte
Ich kann mich noch gut an die Debatte erinnern, wie sie in den Neunzigern heftig im Gange war. Damals schon ging es um Fragen der Demokratie in der Islamischen Welt und warum es dort so wenig sozialen Fortschritt gibt (oder war das gar nur ein westliches Vorurteil?) und damals schon war sich der intellektuelle Mainstream sicher, dass die ganze Malaise allein am Westen liegt.
Zu Koran 5,32
Der Islam mag eine Religion des Friedens sein. Aber wie lässt sich das aus dem Koran heraus begründen? Es ist vor allem ein Vers, der gerne herangezogen wird, um ein allgemeines Tötungsverbot aus dem Koran abzuleiten (z.B. hier). Natürlich gibt es immer eine Spannbreite an möglichen Interpretationen und was man theologisch aus einem Vers macht, ist noch ein ganz andere Sache.
Aufklärung ist möglich
Eigentlich ist das nicht schwer zu verstehen: der radikale Islam ist eine von mehreren Möglichkeiten des Islam – nicht der Islam schlechthin, aber eine Möglichkeit innerhalb der Bandbreite dessen, wie man den Islam deuten und ihn leben kann. Aber genau gegen diese Einsicht sträubten sich die Verteidiger des Islam in der Talkshow “Menschen bei Maischberger” vom vergangenen Dienstag.
Ausgefuchste Experten
Nun schlägt sie wieder, die Stunde sogenannter Nahostexperten, die mit einem «offenen Brief» an die Bundesregierung in die Öffentlichkeit drängen. Anlass sind natürlich nicht die Gemetzel in Syrien und dem Irak – Anlass ist Gaza. Der auf Äquidistanz geeichte Duktus des «offenen Briefes» lässt tief blicken.
Nur keinen Flächenbrand, bitte!
Keine noch so drastischen militärischen Maßnahmen werden die Sicherheit von Hunderttausenden Siedlern in der Westbank gewährleistet können, solange keine politische Lösung zur Beendigung der Besatzung gefunden wird”, schreibt da einer auf Qantara.de vor dem Hintergrund der jüngsten Entführung (und wie wir jetzt wissen: Ermordung) dreier israelischer Jugendlicher durch die Hamas. War es wirklich die Hamas? Wer soll es sonst gewesen sein?
Die Legende vom tumben Westen
Wieder so ein launischer Text, an dem nichts stimmt, weil sein Verfasser sich für kritisch hält und es doch nicht ist. Es geht um den Westen und den Nahen Osten und natürlich hat der tumbe Westen wieder einmal nur Unheil über eine Region gebracht, die der Verfasser besser zu verstehen glaubt als alle anderen seines Kulturkreises.
Eine blosse Ritualgemeinschaft?
Shlomo Sand, ein israelischer Historiker, der durch die These bekannt wurde, dass es ein jüdisches Volk nicht gebe, legt in der NZZ nach: Das Judentum sei kein Volk, sondern nichts weiter als eine Religionsgemeinschaft, deren Mitglieder in der Geschichte nur durch gemeinsame Riten miteinander verbunden waren. Erst der Staat Israel habe so etwas wie ein Volk geschaffen, jedoch kein jüdisches, sondern ein israelisches.
Eine Zumutung namens Israel
Wenn es ein Thema gibt, bei dem es völlig normal ist, dass Leute, die sich berufen fühlen, es zu kommentieren, selbst elementarste Fakten nicht zur Kenntnis nehmen, dann muss es sich um Israel bzw. den Nahostkonflikt handeln. So erschien bei der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) ein Kommentar zum aktuellen Stand der Friedensbemühungen amerikanischer Diplomatie, der grundlegende Denkfehler enthält, die immer wieder auftauchen, wenn es um das Thema Israel geht.
In der NZZ widmet sich der Historiker Timothy Snyder der Frage, was ein Reich wie die Habsburgermonarchie, die sechshundert Jahre Bestand haben konnte, zu Fall gebracht hat und welche Lehre ihr Ende für die heutige EU parat hält. Snyder bezweifelt, dass es innere Schwächen waren, die zum Zerfall des Staatsgebildes geführt haben, obwohl, wie er einräumt, im 19. Jahrhundert “der Nationalismus buchstäblich im ganzen Reich um sich griff”.
